GWA-Chef Lothar Leonhard will Beitragsstruktur und Effie reformieren

Donnerstag, 19. Januar 2012
Lothar Leonhard: "Der Effie ist kein Award für Rechenkünstler"
Lothar Leonhard: "Der Effie ist kein Award für Rechenkünstler"

Ende dieser Woche ist der neue GWA-Präsident Lothar Leonhard 100 Tage im Amt. Für gewöhnlich die Zeit, um eine erste Bestandsaufnahme zu machen. Viel ist seit der Wahl des Ogilvy-Chairman am 13. Oktober vorigen Jahres nicht passiert – zumindest nichts öffentlich Wahrnehmbares. Dennoch hat der Verbandschef inzwischen seine Agenda definiert. Ganz oben steht eine Reform der Beitragsstrukturen. Dabei dürfte es vor allem darum gehen, die großen Mitgliedsfirmen zu entlasten. Die Diskussion über das Thema war im vorigen Jahr hochgekocht, nachdem Serviceplan ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis moniert hatte. Die Agentur hatte mit dieser Begründung sogar ihre Mitgliedschaft im GWA gekündigt, später aber wieder zurückgenommen. Einen Vorschlag, wie die Beitragsstrukturen verändert werden sollen, will Leonhard noch im 1. Quartal präsentieren.

Eng verbunden mit diesem Thema ist der Interessenausgleich zwischen den unterschiedlichen Agenturen im GWA. Hier gibt es inzwischen gravierende Unterschiede in Bezug auf die Erwartungen an den Verband. Zuletzt hatte Ogilvy-CEO Thomas Strerath öffentlich zur Diskussion gestellt, ob es alternative Organisationsmöglichkeiten für die Top-Agenturen gibt. GWA-Präsident Leonhard erteilt solchen Überlegungen seines Nachfolgers bei Ogilvy eine klare Absage: "Wer das im Verband versucht, riskiert eine Zweiklassengesellschaft. Und wer das im Rahmen anderer Strukturen umsetzen möchte, gefährdet den GWA." Allerdings steht auch für ihn steht, dass man einen Interessenausgleich zwischen den verschiedenen Agenturtypen im Verband finden muss. Wie dieser aussehen kann, ist noch ungewiss.

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Ein Interview mit GWA-Präsident Lothar Leonhard lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 3/2012 vom 19. Januar.

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Klar ist hingegen, dass Leonhard den Effie reformieren will. Der Präsident ist nicht zufrieden mit der Entwicklung, die der Award in den vergangenen Jahren genommen hat. Leonhard geht es vor allem darum, wieder stärker auf die Qualität und Wirkung von Kampagnen zu achten - und nicht nur darauf, wie mit möglichst geringem Mitteleinsatz bestimmte Kennzahlen erreicht wurden: "Der Effie ist nicht der Award für Rechenkünstler. Wir alle sind bei der Beurteilung von Kampagnen auch der Qualität und nicht nur der Betriebswirtschaftstlehre verpflichtet."

In Bezug auf die Effie-Gala, die zuletzt wegen fehlender Sponsoren im kleinen Rahmen stattfand, zeigt sich Leonhard optimistisch, wie der eine größere Veranstaltung umsetzen zu können. Man befinde sich in guten Gesprächen mit mehreren möglichen Unterstützern. Unter Dach und Fach sei aber noch nichts. mam
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