GWA-Agenturen erwarten nächstes Jahr Umsatzzuwächse

Freitag, 09. Oktober 2009
GWA-Präsident Peter John Mahrenholz zeigt sich vorsichtig optimistisch
GWA-Präsident Peter John Mahrenholz zeigt sich vorsichtig optimistisch

Nach dem Umsatzeinbruch in diesem Jahr rechnen die im Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA organisierten Werbedienstleister für 2010 wieder mit steigenden Umsätzen. Laut Herbstmonitor gehen die befragten 79 Agenturchefs von einem Umsatzwachstum von 3 Prozent aus. "Wir haben erste Anzeichen dafür, dass in dem Maße wie die Wirtschaft jetzt wieder Tritt fasst, auch die Agenturen auf eine Belebung der Auftragslage hoffen können", sagt Verbandspräsident Peter John Mahrenholz. In Bezug auf die eigene Agentur erwarten 47 Prozent der Mitglieder eine Umsatzsteigerung, 23 Prozent gehen vom gleichen Umsatz wie 2009 aus und 18 Prozent rechnen mit einem Umsatzrückgang. Eine Aussage über die erwartete Renditeentwicklung für 2010 ist in der Umfrage nicht enthalten. Im laufenden Jahr sind die Gewinne massiv eingebrochen, im Durchschnitt um 24 Prozent. Einige Agenturen haben aber noch viel stärkere Rückgänge hinnehmen müssen, einige Marktteilnehmer, darunter auch große Agenturen, dürften sogar rote Zahlen schreiben. Die Umsätze werden 2009 voraussichtlich um knapp 8 Prozent sinken.

Knapp die Hälfte rechnen mit Besserung. (Zum Vergrößern anklicken)
Knapp die Hälfte rechnen mit Besserung. (Zum Vergrößern anklicken)
Unklar ist, wie die Entwicklung im Pesonalmarkt weitergehen wird. In der Krise haben 57 Prozent der Agenturen betriebsbedingt gekündigt, 25 Prozent haben Kurzarbeit eingeführt. Insgesamt haben sich die Agenturen laut Monitor aber weniger stark von Personal getrennt als in der letzten Krise im Jahr 2002. Laut GWA-Chef Mahrenholz ist dies ein Signal dafür, dass die Agenturen versuchen, gutes Personal zu halten, um für einen möglichen Aufschwung gerüstet zu sein. In diesem Zusammenhang würdigt er ausdrücklich die Rolle der Kurzarbeit. Im Frühjahr hatte sich der Verband noch vorsichtig zur Anwendbarkeit dieses Instruments in Agenturen geäußert.

Bei der Frage nach Veränderungen bei den Arbeitsschwerpunkten wird einmal mehr der Trend zur Digitalisierung sichtbar. 84 Prozent der Befragten nennen hier den Bereich Neue Medien/Multimedia/Online-Marketing/E-Commerce. Dahinter folgen Verkaufsförderung (54 Prozent) und CRM (44 Prozent). Dagegen hat klassische Werbung bei 47 Prozent der Befragten an Bedeutung verloren.
In Sachen Vergütung erwarten 75 Prozent eine Zunahme erfolgsorientierter Bezahlmodelle. Aktuell hat diese Form der Vergütung aber nur bei einem Viertel der Befragten zugenommen. Bei knapp drei Viertel ist keine Veränderung festzustellen. Als Argumente für solche Modell sagen 55 Prozent, dass so die Bindung zwischen Agentur und Kunde gefördert wird. 51 Prozent finden, dass dadurch der Einfluss auf die Marketingmaßnahmen der Kunden wächst. Und 50 Prozent erhoffen sich höhere Renditen. Gegen erfolgsabhängige Bezahlung führen 97 Prozent der Befragten an, dass es äußere Kriterien gibt, die nicht durch die Agentur beeinflussbar sind. 79 Prozent nennen den begrenzten Agentureinfluss und 73 Prozent das Fehlen objektiver Messkriterien.

Trotz der seit vielen Jahre schlechtesten Umsatz- und Gewinnentwicklung in Agenturen glaubt GWA-Präsident Mahrenholz, dass die im Verband organisierten Agenturen relativ gut dastehen. So habe es keine signifikante Erhöhung bei Insolvenzen oder Betriebsschließungen gegeben - auch wenn es vereinzelt Ausfälle gegeben habe. Unter dem Strich sei die Mitgliederzahl aber stabil. Sie liegt derzeit bei 123 Agenturen. Wie sich diese Zahl entwickelt, wenn die Auswirkungen der Krise noch deutlicher werden und auch die Kurzarbeit ausläuft, dürfte sich spätestens im kommenden Jahr zeigen. mam


Der GWA Herbstmonitor in Zahlen: GWA_Herbstmonitor_2009.pdf
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