GPRA kritisiert Bundespresseamt

Mittwoch, 20. September 2006

Die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) schaltet sich in die Diskussion um das Vergabeverfahren beim Bundespresseamt ein. In einer öffentlichen Stellungnahme kritisiert die PR-Agenturlobby die Behörde scharf. "Es ist unfassbar, dass mit dem Bundespresseamt ausgerechnet ein Organ der Bundesregierung es mit den Vergaberichtlinien offenkundig nicht so genau nimmt", erklärt GPRA-Präsident Dieter Schulze van Loon. "Das Bundespresseamt hat viel Vertrauen eingebüßt." Auslöser der Kritik sind Berichte über Ungereimtheiten im Ausschreibungsverfahren eines Teiletats mit einem Volumen von rund 2 Millionen Euro. Hier soll es zu einer Bevorzugung der Scholz & Friends-Tochter Pergamon gekommen sein. Die Agentur wurde vor kurzem gegründet und ist auf institutionelle Kommunikation spezialisiert. An der Spitze steht Geschäftsführer Jens Stuhr.

An der Ausschreibung des Bundespresseamts haben insgesamt acht Agenturen teilgenommen. Darunter McCann-Erickson, Publicis, Saatchi & Saatchi, Pleon und Fischer-Appelt. Sie alle sollen bei der Abstimmung des Entscheidungsgremiums deutlich hinter Pergamon gelegen haben - so deutlich, dass Stimmen laut geworden sind, das Ergebnis habe schon vorher festgestanden. Außerdem ist von Verstößen gegen formale Kriterien bei der Zulassung der Bewerbung von Pergamon die Rede.

Regierungssprecher Ulrich Wilhelm, der auch Chefs des Bundespresseamts ist, will die Vorwürfe prüfen. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass bislang keine endgültige Entscheidung gefallen und noch kein Zuschlag erteilt worden sei. Sollte die Überprüfung ergeben, dass Pergamon zu Unrecht an dem Verfahren teilgenommen hat beziehungsweise nicht korrekt beurteilt wurde, soll die zweitplatzierte Agentur Saatchi & Saatchi zum Zug kommen. mam

Meist gelesen
stats