Frühjahrsmonitor: GWA-Mitglieder legen um mehr als 6 Prozent zu

Dienstag, 20. März 2012
GWA-Präsident Lothar Leonhard
GWA-Präsident Lothar Leonhard


Die im Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA organisierten Werbedienstleister haben das Geschäftsjahr 2011 mit einem durchschnittlichen Umsatzplus von 6,4 Prozent abgeschlossen. Die Umsatzrendite beträgt 9 Prozent. Das geht aus dem GWA-Frühjahrsmonitor hervor, der am heutigen Dienstag in Frankfurt präsentiert wurde. Die Befragung gilt als zentrales Konjunkturbarometer für die Werbeagenturbranche in Deutschland. Die letztlich erzielte Umsatzsteigerung liegt über dem im Herbst erwarteten Plus von 4,4 Prozent. Auch die Rendite ist leicht höher ausgefallen als zuletzt prognostiziert. Verbandschef Lothar Leonhard hält die Marge dennoch für relativ gering - vor allem im Vergleich zu früheren Zeiten, als viele Agenturen deutlich zweistellige Renditen erzielten. "Das werden wir so schnell nicht mehr erreichen", sagt Leonhard und begründet diese Einschätzung mit dem stetig steigenden Kostendruck, dem Überangebot an Agenturen und dem ausgeprägten Käufermarkt, mit dem man es inzwischen zu tun habe.

Dass die Kosten weiter gestiegen sind, sagen auch 62 Prozent der befragten GWA-Agenturchefs. 25 Prozent geben an, die Kosten seien gleich geblieben, 9 Prozent sprechen sogar von geringeren Kosten. Eine Erklärung für die Zunahme der Kosten ist, dass Neueinstellungen vorgenommen wurden. Fast zwei Drittel der Agenturen geben an, Personal eingestellt zu haben. Rund die Hälfte beschäftigt unter dem Strich mehr Mitarbeiter als zum Vergleichzeitpunkt des Vorjahres. Ein großes Problem für die Mehrzahl der Befragten bleibt der Fachkräftemangel.

Das Gross Income der Agenturen setzt sich zum Großteil aus Projekthonoraren zusammen. Sie machen fast 46 Prozent der Einkünfte aus. An zweiter Stelle liegen Pauschalhonorare mit knapp 29 Prozent. Einnahmen aus Provisionen sind weiter rückläufig und betragen nur noch knapp 8 Prozent. GWA-Präsident Leonhard weist darauf hin, dass es sich dabei vor allem um Einkünfte aus dem Mediabereich handeln dürfte.

Für das laufende Jahr erwarten die Agenturen ein Umsatzplus von 4,4 Prozent. Zudem rechnen sie mit einer Zunahme der Rendite auf 10,4 Prozent. 57 Prozent der Befragten rechnen damit, dass sie den Umsatz ihrer Agentur werden steigern können. Etwa 40 Prozent erwarten den gleichen Umsatz wie 2011. Leonhard, der auf den oft übertriebenen Optimismus der Agenturbranche hinweist, hält diese Einschätzungen für weitgehend realistisch. Das gilt auch für die geringen Erwartungen an Großereignisse wie Fußball-EM und Olympische Sommerspiele für das Geschäft der Agenturen. 62 Prozent der Befragten sagen, dass sie sich davon keine Effekte auf die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Firma erwarten, 25 Prozent rechnen mit Impulsen. Den vollständigen GWA-Frühjahrsmonitor finden Sie hier. mam      
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