Fröhliche Kriegsspielchen: Fast-Food-Kette Nando's wirbt mit Diktatoren-Doubles

Dienstag, 29. November 2011
Engel im irakischen Wüstensand: Mugabe und Hussein
Engel im irakischen Wüstensand: Mugabe und Hussein


Darf Werbung alles? Die südafrikanische Fast-Food-Kette Nando's jedenfalls lehnt sich mit ihrem aktuellen Spot sehr weit aus dem Fenster und stößt dabei an die Grenzen des guten Geschmacks: Scheinbar ohne Skrupel wirbt das Unternehmen mit Diktatoren-Doubles wie zum Beispiel Simbabwes Präsident Robert Mugabe - und erweckt sogar Tyrannen wie den ugandischen Ex-Diktator Idi Amin, den ehemaligen libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi sowie den irakischen Despoten Saddam Hussein wieder zum Leben. Die Story des 1-Minüters mit dem Titel "Last Dictator Standing" für das 6-Pack-Meal von Nando's: Es wird einsam um die grausamen Diktatoren dieser Welt. Amin tot. Hussein tot und seit Oktober auch al-Gaddafi. Das drückt Robert Mugabe scheinbar aufs Gemüt. Nun muss er die Feiertage wohl ohne seine Kumpels verbringen.

Zu Ehren seiner verstorbenen Freunde richtet der afrikanische Staatschef ein Festmahl aus - und schwelgt in Erinnerungen. Was hatten sie einen Spaß zusammen: Mit Wasserpistolen bewaffnet spielte er mit Gaddafi Krieg, im Sand der arabischen Wüste tobte er sich mit Hussein aus und formte Engel. Aber das war einmal. Mugabe sitzt alleine an der langen gedeckten Tafel. Am Ende des Spots ertönt die Stimme eines Sprechers aus dem Off: "Niemand sollte jemals alleine Essen. Also nimm das "Sixpack"-Menü."

Die Kreation für das Commercial verantwortet Black River in Johannesburg. Die Produktion übernahm Bouffant, Regie führte Dean Blumberg. Als Musik diente "Those Were the Days" von Mary Hopkin aus dem Jahr 1968. jm
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