Frecher Licht-Anschlag: Guerilla-Agentur verhöhnt USA als "United Stasi of America"

Dienstag, 09. Juli 2013
Der Lichtanschlag auf die US-Botschaft fand in der Nacht von Sonntag auf Montag statt
Der Lichtanschlag auf die US-Botschaft fand in der Nacht von Sonntag auf Montag statt
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Oliver Bienkowski ist für seine frechen Guerilla-Aktionen bekannt. Erst im April sorgte der Chef der Wittlicher Agentur Caveman mit einer fingierten Story um organisierte Shitstorms für Aufsehen. Mit seiner jüngsten Idee ist der bekennende Freimaurer aber wohl etwas über das Ziel hinausgeschossen. Um gegen das US-Ausspähprogramm Prism zu protestieren, verübte der 31-Jährige eine Art Lichtanschlag auf die US-Botschaft in Berlin und machte aus den USA kurzerhand "United Stasi of America". Als Mitstreiter gewann er ausgerechnet Kim Dotcom. Die Aktion, auf die sich Bienkowski laut Bild.de mehrere Wochen lang vorbereitet hat und an der insgesamt fünf Personen mitwirkten, fand bei Nacht und Nebel am frühen Montagmorgen statt. Mit einem Beamer wurde der Spruch "United Stasi of America" auf die Fassade der US-Botschaft projiziert. Dass darunter ausgerechnet das Antlitz des unter anderem wegen Insiderhandels, Betrugs, Datenausspähung und Computermanipulation verurteilten und in Neuseelnd untergetauchten Internetunternehmers Kim Schmitz alias Kim Dotcom (Megaupload) prangte, war Bienkowskis Idee. "Ich habe Kim Dotcom gefragt, ob er sein Gesicht für die Aktion hergeben will, und er hat ja gesagt", erzählt Bienkowski gegenüber HORIZONT.NET.

Den Vergleich zwischen NSA und Stasi findet Bienkowski nicht übertrieben. Der Guerilla-Marketer und Lichtkünstler will mit der Aktion nach eigenen Angaben auf das Ausmaß der Bespitzelungsaffäre aufmerksam machen. "Es geht nicht nur um Facebook oder Google, die Ausspähung durch die NSA ist viel umfassender als die meisten denken", glaubt Bienkowski, der entsprechend auf zahlreiche Nachahmer hofft. Angst vor einem juristischen Nachspiel hat er nicht. "Ich glaube nicht, dass ich jetzt nach Guantanamo fliege oder dass mich die NSA in den nächsten Flieger nach Pakistan steckt", witzelt Bienkowski gegenüber HORIZONT.NET. "Da mache ich mir keine Gedanken". mas
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