Fingierter Terrorangriff in Kalifornien: PR-Gag löst Medienskandal aus

Freitag, 11. September 2009
"Bekennervideo" des Rap-Trios
"Bekennervideo" des Rap-Trios

Über Twitter kam die Meldung zuerst: Drei Rapper haben mit Bombenattrappen das Restaurant "Artisan" in der US-Kleinstadt Bluewater gestürmt. Anschließend ein Bekennervideo des Rap-Trios "Berlin Boys 666", ausgestrahlt im fingierten TV-Sender vpk-tv. Meldungen in Medien und Nachrichtenagenturen folgen. Doch: Es war alles nur ein PR-Gag der Berliner Werbeagentur Neverest für einen Kinofilm „Shortcut to Hollywood“. Eine knappe halbe Stunde dauerte es, bis die dpa-Meldung „TV: Anschlag in kalifornischer Kleinstadt“ unter dem Stichwort „USA/Terrorismus“ durch die Eilmeldung ersetzt wurde „Polizei: Bericht über Anschlag in Kalifornien war ein Scherz“. Neben dpa hatten noch „heute.de“, „Welt Online“ und „sueddeutsche.de“ über den Vorfall berichtet. Die meisten griffen jedoch in ihrer Berichterstattung lediglich auf die dpa-Meldung zurück.

Das Filmunternehmen Senator distanzierte sich von der PR-Aktion. Die Nachricht über das vermeintliche Attentat sei „in keiner Weise von Senator in Umlauf gebracht worden“, so ein Sprecher. "Wir bedauern zutiefst sämtliche Unannehmlichkeiten, die durch den Vorfall entstanden sind." "Shortcut to Hollywood" kommt am 24. September in die Kinos. jm
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