Ferrero bestätigt offiziell die Ausschreibung des Mediaetats

Donnerstag, 22. Oktober 2009
Der Süßwarenkonzern lässt um sein Mediabudget pitchen
Der Süßwarenkonzern lässt um sein Mediabudget pitchen

Im deutschen Markt dreht sich das Pitch-Karrussell auf Hochtouren. Wie seit langem erwartet, bestätigt nun auch Ferrero offiziell die Überprüfung seiner Agenturbeziehung. Bis dato wird das Budget des Frankfurter Süßwarenkonzerns von der Wiesbadener Aegis-Tochter Vizeum betreut und das schon seit mehreren Jahrzehnten. Die Wettbewerbspräsentationen der geladenen Mediaagenturen sollen angeblich bis zu sechs Stunden gedauert haben. Wer an dem Pitch teilnimmt, will Ferrero nicht preisgeben, aber dem Vernehmen nach soll der Altbetreuer Vizeum beziehungsweise Carat ebenso mit von der Partie sein wie das Omnicom-Network OMD und die WPP-Tochter Mediaedge CIA aus der Group M. Ob auch Zenith Optimedia beteiligt ist, ist fraglich, da in dieser Gruppe Ferreros Wettbewerber Nestlé betreut wird.

Ferrero ist allerdings bei weitem nicht der einzige Bluechip, der derzeit um sein Mediabudget pitchen lässt. Mit Unilever ist ein weiterer Big Spender seit Monaten dabei, seine Agenturbeziehungen im Mediabereich zu überprüfen. Am Mittwoch bestätigte außerdem der Münchner Danone-Konzern, dass er nach einem europaweiten Review seinen deutschen Vertrag mit der Düsseldorfer Mediacom erneuert hat. Last but not least gaben vor wenigen Wochen auch die Hamburger Konzerne Tchibo und Beiersdorf bekannt, dass sie ihre Mediabillings fortan bei der Wiesbadener Carat-Gruppe bündeln und bei Initiative und GFMO OMD abziehen werden.

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Branchenkenner gehen inzwischen davon aus, dass es zu einem grossen Ringtausch dieser überaus lukrativen Etats kommen könnte. Dem Vernehmen nach stieg OMD in der letzten Runde aus dem Pitch von Tchibo und Beiersdorf aus, weil sich das Network der Omnicom-Holding berechtigte Hoffnung auf den Etat von Unilever machen könne. Diesen Megaetat würde die Frankfurter Mindshare verlieren, die dadurch aber gute Chancen im Ferrero-Pitch haben soll. Den würde allerdings Vizeum verlieren und das wäre ein harter Schlag für die Wiesbadener Gruppe, zu der auch Carat gehört.

Die Volumina aller genannten Etats können sich in jedem Fall sehen lassen. Der Süßwarenhersteller Ferrero investierte bis Ende September laut Nielsen Media Research 193,9 Millionen Euro brutto in die Werbung. Das waren 7,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Danone hat hingegen in den ersten drei Quartalen seine Mediaspendings kräftig um 41 Prozent auf insgesamt 162,2 Millionen Euro brutto erhöht. Bei Unilever waren es bis Ende des dritten Quartals 5,5 Prozent und ein Brutto-Gesamtvolumen von 211,8 Millionen Euro. Beiersdorf investierte in diesem Zeitraum wiederum 90,3 Millionen Euro brutto in seine Kommunikationsmaßnahmen, was einer Steigerung von 2,7 Prozent entspricht. ejej
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