Fehlbuchungen bei Interpublic wachsen auf 120 Millionen Dollar an

Freitag, 18. Oktober 2002

Peinlich für Interpublic: Erneut muss die größte Werbeholding der Welt (McCann-Erickson, FCB, Lowe & Partners Worldwide) ihre Bilanzen korrigieren und ihre Gewinnprognosen für 2002 zurückfahren. Erst im August räumte Interpublic-Chef John Dooner ein, dass das Unternehmen 68,5 Millionen Dollar falsch verbucht hatte. Jetzt musste der Interpublic-Chef eingestehen, dass die Summe der Fehlbuchungen auf 120 Millionen Dollar anwachsen könnte.

Die Folge bekam die Holding direkt nach der Veröffentlichung der Hiobsbotschaft schmerzhaft zu spüren: Der Kurs der Interpublic-Aktie ging um fast 35 Prozent in den Keller und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 1994. Auch seine Gewinnerwartungen für dieses Jahr hat Interpublic revidiert. So wird der Gewinn pro Aktie jetzt nur noch mit 0,85 bis 0,90 Dollar angegeben statt wie bisher mit 1,25 bis 1,35 Dollar. Das Ergebnis für das dritte Quartal 2002 werde schlechter ebenfalls ausfallen als erwartet.

Als Ursache nannte der Werbekonzern das schwache Geschäft in Japan und Lateinamerika. Der andere Grund für die zweite Ertragswarnung in wenigen Monaten ist der Einbruch beim Motorsportvermarkter Octagon, der für Wirtschaftsexperten allerdings nicht überraschend kommt. Viele halten den Kauf des Unternehmens vor zwei Jahren für eine glatte Fehlinvestitionen, die Interpublic nun büßen muss. Die indirekte Bestätigung lieferte CFO Sean F. Orr. Das schlechte Octagon-Geschäfts belaste jede Aktie mit Minus 15 bis 20 Cents, teilte er aus dem Headquarter der Holding in New York mit. Als Konsequenz kündigte er eine Restrukturierung der Motorsport-Gruppe an.
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