Ex-NSF-Mann Tom Gläser geht mit neuer Firma an den Start

Donnerstag, 28. Juni 2012
Black Pearl Film: Elinor de la Forge, Tom Gläser, Alexandra Franzke (v.l.)
Black Pearl Film: Elinor de la Forge, Tom Gläser, Alexandra Franzke (v.l.)


Tom Gläser hat sich endgültig aus der Neue Sentimental Film (NSF) zurückgezogen. Der ehemalige Geschäftsführer und Producer der einst zweitgrößten deutschen Werbefilmproduktion geht mit einer eigenen Firma an den Start: Black Pearl Film.
Mit an Bord sind Elinor de la Forge, die ebenfalls lange an der Spitze der NSF stand, sowie Executive Producerin Alexandra Franzke. Auszeichnen soll sich die Produktion durch ihre schmale Aufstellung und ihre extreme Flexibilität, neben einem Office in den Räumen der Postproduktion Acht in Frankfurt wird das Team von Black Pearl vor allem in einem Bus unterwegs sein. "Wir wollen mit wenig Leuten viel arbeiten", betont Gläser. Erste Aufträge gab es schon - Black Pearl ist für die Mediamarkt-EM-Spots von Ogilvy verantwortlich. Sicherlich kein Spot, der von internationalen Jurys ein Gütesiegen für Kreativität erhalten würde - doch auch in dieser Liga möchte Black Pear künftig mitspielen. „Es ist beschämend, dass Deutschland  dieses Jahr keinen einzigen Cannes-Löwen für Film gewonnen hat", so der Executive Producer. „Wir werden große Anstrengungen unternehmen, um das zu ändern." Darüber hinaus wolle man sich neben dem Werbefilm auch längeren Formaten widmen, beispielsweise zusammen mit dem Regisseur Thomas Dirnhofer, der zuletzt einen Expeditionsfilm in Patagonien realisiert hat.

Generell hat Black Pearl den Plan, mit einem kleinen Pool an festen exklusiven Regisseuren zu arbeiten und nur für Spezialaufgaben außerhalb zu buchen. Um die Directors zu betreuen, soll eine Leitung Regie Department eingestellt werden, insgesamt soll das Team zunächst sechsköpfig sein.

Gläsers Abneigung gegenüber schweren Strukturen dürfte mit der Geschichte seiner börsennotierten Ex-Firma zu tun haben. NSF, einst der zweitgrößte Player im deutschen Werbefilmmarkt, kaufte 2008 den Wettbewerber Telemaz auf, die NSF-Holding wurde in Mood and Motion umbenannt, unter der beide Produktionen angeblich autark firmieren sollten. Seitdem ging es bergab. 2011 wurde Telemaz an einen Investor veräußert und ist mittlerweile insolvent. 2012 folgte der Verkauf von NSF an den Großaktionär Wige Media. Telemaz-Gründer Jürgen Bertrams ging im Frühjahr mit der Firma Cloud in Düsseldorf an den Start (HORIZONT.NET berichtete). Wige will mit der Marke NSF weiter aktiv bleiben, stößt in der Branche aber auf Skepsis, da sie im Bereich Werbefilm über keine langjährige Erfahrung verfügt. jf
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