Event-Klima: Spendings steigen auf über 2,5 Milliarden Euro

Donnerstag, 29. März 2012
Events wie das der Telekom in Frankfurt gewinnen an Bedeutung
Events wie das der Telekom in Frankfurt gewinnen an Bedeutung


Die Gesamtausgaben für Marketing-Events überspringen 2012 erstmals die Marke von 2,5 Milliarden Euro. Das ist ein Ergebnis der Studie
Event-Klima, die das Forum Marketing-Eventagenturen (FME) im Famab heute präsentiert hat. Dabei rechnen die befragten 250 Entscheider aus Großunternehmen, Mittelstand und Agenturen in diesem Jahr mit einem deutlich schwächeren Zuwachs als zuletzt.
Ulrich Roth beklagt das Fehlen langfristiger Zusammenarbeit mit Unternehmen
Ulrich Roth beklagt das Fehlen langfristiger Zusammenarbeit mit Unternehmen
Während die Gesamtumsätze von 2010 auf 2011 um 200 Millionen Euro zulegen konnten, prognostizieren die Experten für 2012 "nur" noch einen Zuwachs um 100 Millionen Euro. Bemerkenswert: Von den Großereignissen Fußball-Europameisterschaft und Olympische Sommerspiele erwarten sich die Event-Experten keine nennenswerten Umsatzimpulse. Ulrich Roth, Chef der Stuttgarter Agentur Roth & Lorenz, der die Studie im Namen des FME präsentierte, erklärt dies damit, dass Entscheidungen immer kurzfristiger getroffen werden und zum Zeitpunkt der Erhebung (Oktober 2011 bis Januar 2012) wohl noch keine konkreten Planungen dazu vorlagen. Ein anderer Grund dürfte sein, dass für solche Großereignisse in der Regel keine zusätzlichen Budgets zur Verfügung gestellt werden, sondern das bestehende Volumen anders eingesetzt beziehungsweise umgeschichtet wird.

Der größte Anteil der Investitionen fließt mit etwas mehr als einer Milliarde Euro in den Bereich Public- und Consumer-Events. Hier rechnen die Experten mit einem weiteren Anstieg. Rückläufig sind dagegen die Investitionen in den Bereich Corporate- und Mitarbeiter-Events. Ein Grund dafür könnte sein, dass sich Unternehmen nicht zuletzt nach den Vorfällen bei Ergo beziehungsweise Hamburg-Mannheimer hier etwas zurückhaltender zeigen. Ebenfalls etwas abgeschwächt hat sich im Vergleich zur vorherigen Befragung (2009) die Begeisterung für Event-Marketing als "Instrument der Zukunft". Dieser Ausgabe stimmen noch 78 Prozent der Befragten zu, gegenüber 84 Prozent im Jahr 2009.

Auch bei der Frage nach der zunehmenden Etablierung von Eventmarketing als Instrument der integrierten Markenführung sind die Befragten etwas skeptischer als zuletzt. Roth erklärt das unter anderem damit, dass Eventmarketing in diesem Bereich bereits einen hohen Stellenwert habe, deshalb würden nicht mehr so viele Befragten mit einer weiteren Zunahme rechnen. Einen Appell richtet er an die Auftraggeber: Wie die meisten Agenturvertreter beklagt Roth, dass viele Aufträge nur noch projektweise vergeben werden und kaum noch eine langfristige Zusammenarbeit möglich sei. Ein Grund dafür sei der weiter steigende Einfluss der Einkaufsabteilungen. "Kapitalisieren Sie das Wissen ihrer Dienstleister für ihr Unternehmen, indem sie mindestens drei bis vier Jahre mit ihm zusammenarbeitet", sagt Roth in Richtung Auftraggeberseite.

Im Schnitt haben die Eventagenturen 2011 26 Pitches absolviert. Die Pitchkosten pro Ausschreibung lagen dabei im Schnitt bei fast 22.000 Euro. Nach wie vor gebe es in den seltensten Fällen ein angemesenes Pitchhonorar, klagt Roth. Laut der Studie wird nur ein Viertel der Pitches bezahlt, im Schnitt mit 7600 Euro. Bis zum Jahr 2014 rechnen die befragten Experten mit einer weiteren Zunahme der Investitionen in Marketing-Events auf fast 2,8 Milliarden Euro. mam
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