Euro-Rettung: Wie Serviceplan das Image der Währung aufpolieren will

Donnerstag, 18. Oktober 2012
Via App sollen Europäer den Weg eines Euro-Scheins durch Europa nachverfolgen
Via App sollen Europäer den Weg eines Euro-Scheins durch Europa nachverfolgen

Es ist eine Entscheidung, die den Kontinent spaltet: Wie das Nobelpreis-Komitee in Oslo vor wenigen Tagen bekannt gab, geht der Friedensnobelpreis in diesem Jahr an die Europäische Union - trotz der Euro-Krise. "Aprilscherz" lästern Euro-Skeptiker in Großbritannien, eine "Verzweiflungstat" meint das "Handelsblatt". Keine Frage, die EU und vor allem ihre Währung werden kritisch beäugt. Um das Image des Euro aufzupolieren, starten renommierte europäische Tageszeitungen wie "The Guardian", "La Stampa" und "Le Monde" heute eine Kampagne. Für den Auftritt in Deutschland hat die "Süddeutsche Zeitung" die Serviceplan-Gruppe beauftragt. Die Idee der beiden Online-Kreativen Volker Heine (Text) und Adrian Jäschke (Art) der Digitaltochter Plan.Net wird in einer Beilage erklärt, die heute in der "SZ" zu finden ist. Der Kern des Auftritts: Der Euro selbst wird zum Kommunikationskanal. "Für uns war schnell klar, dass der Euro selbst im Mittelpunkt stehen muss, und zwar physisch", so Markus Maczey, Geschäftsführer bei der Serviceplan-Gruppe.

Mittels einer App, die für sämtliche Smartphones zur Verfügung steht, können Nutzer die Seriennummer eines Euro-Scheins erfassen. Anschließend kann er ihn online mit Informationen versehen, an welchem Ort und zu welchem Zweck er den Schein ausgegeben hat. Anschließend kann seine Reise durch Europa im Web verfolgt werden - vorausgesetzt, der Schein wird noch von anderen Nutzern signiert.

Der Euro braucht mehr Persönlichkeit

Auf diese Weise können die Europäer ihrer Währung eine Persönlichkeit geben. Genau das sei das Ziel der Non-Profit-Kampagne, erklärt Maczey gegenüber HORIZONT.NET. Er hofft, dass dadurch ein neues soziales Netzwerk in Europa entsteht, in dem die "Menschen tatsächlich erleben, dass der Euro mehr ist als nur eine Währung".

Die Initiative der europäischen Tageszeitungen nennt sich "Connecting Euro". Je mehr Menschen sich an der Aktion beteiligen, desto stärker werde die Persönlichkeit der Währung, so Maczey. Um das Projekt zu pushen, hat es die Agentur eng mit Facebook verknüpft. Maczey nennt das Soziale Netzwerk den "Hauptausspielkanal" für die Initiative. Wer einen Geldschein signiert, kann diesen Vorgang seinen Freunden auf Facebook mitteilen.

Für die weitere Umsetzung der Initiative sucht die Serviceplan-Gruppe noch Kooperationspartner. Alle weiteren Informationen dazu gibt es unter connecting-euro.org. jm
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