Ein Jahr bei WPP: Die Zwischenbilanz von Commarco

Donnerstag, 24. Mai 2012
Commarco-Manager Frank-Michael Schmidt (l.) und Christian Tiedemann
Commarco-Manager Frank-Michael Schmidt (l.) und Christian Tiedemann

Anfang Juni gehören die Agenturgruppe Commarco und ihre Flaggschiffmarke Scholz & Friends genau ein Jahr zur britischen Werbeholding WPP. Fragt man die Verantwortlichen, fällt das Fazit erwartungsgemäß aus: WPP-Chef Martin Sorrell zeigt sich überaus zufrieden. Man habe die unabhängige Positionierung der Agentur erhalten und gleichzeitig ihre internationale Reichweite gestärkt. "Es hat viele gemeinsame Pitches und Erfolge gegeben", sagt der Holding-CEO, allerdings ohne Details zu nennen. Auch das Commarco-Management unterstreicht die Unabhängigkeit: "Anders als von manchen Zweiflern vorhergesagt, sind wir nicht in irgendeine Network-Logik integriert worden. Wir positionieren uns als unabhängige deutsche Agentur mit deutscher Herkunft und internationaler Reichweite", sagt Frank-Michael Schmidt, der gemeinsam mit Christian Tiedemann an der Spitze von Commarco steht.

Auf der Habenseite steht vor allem der Ausbau des Geschäfts mit Opel. Hier verantwortet Scholz & Friends seit Jahresbeginn auch die europaweite Werbung - in Zusammenarbeit mit Schwesteragenturen aus der WPP-Gruppe. Aktuell konnte zudem die Commarco-Tochter Deepblue Networks von dem Anschluss an die internationale Holding profitieren. Sie übernimmt für einen Bestandskunden Mandate in Asien und Nordamerika. Um wen es sich dabei handelt, wird noch nicht kommuniziert.

Nicht ganz so rund lief im vorigen Jahr dagegen das Geschäft in Deutschland. Hier konnte Commarco trotz des erstmals konsolidierten Opel-Etats den für 2010 gemeldeten Umsatz von 133 Millionen Euro nur leicht steigern. Das zeigt, das an anderer Stelle Aufträge verloren wurden. Vor allem im PR-Bereich hat die Agentur weiter Federn lassen müssen. Eine Folge: Am Standort Berlin, insbesondere beim früher erfolgsverwöhnten Ableger Scholz & Friends Agenda, kam es zu Entlassungen. Auch das Hamburger Büro musste einen Rückschlag hinnehmen. So hat Gründungskunde Tchibo ein großes Etatpaket an Jung von Matt vergeben. Positiv wirkt sich dagegen der Gewinn zusätzlicher Mandate bei Müller Milch aus.

Exklusiv für Abonnenten

Exklusiv für Abonnenten
Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 21/2012 vom 24. Mai. 

HORIZONT abonnieren
HORIZONT E-Paper abonnieren


Auf der Agenda 2012 steht neben dem Ausbau des internationalen Geschäfts die Vertiefung der Zusammenarbeit mit anderen WPP-Agenturen, vor allem in Bereichen jenseits der Klassik. Auch ein bis zwei Zukäufe sind in Planung. In welchen Feldern, verraten die Verantwortlichen noch nicht. "Wir möchten Anlaufstelle für Agenturen sein, die einen starken Partner suchen und trotzdem unabhängig bleiben wollen", sagt Co-Chef Tiedemann. Fest steht, dass Scholz & Friends in Österreich etabliert werden soll, womöglich durch die Übernahme einer Agentur. Entsprechende Verhandlungen laufen. mam
Meist gelesen
stats