EU-Kommission genehmigt Übernahme von Grey durch WPP

Dienstag, 25. Januar 2005

Die Europäische Kommission hat die Übernahme der US-Werbegruppe Grey Global Group durch den britischen Wettbewerber WPP ohne Auflagen genehmigt. Die Behörde kam nach einer eingehenden Prüfung zu dem Ergebnis, "dass der wirksame Wettbewerb im europäischen Wirtschaftsraum oder einem wesentlichen Teil desselben durch den Zusammenschluss nicht wesentlich beeinträchtigt wird". WPP hatte den geplanten Kauf bereits Ende Oktober 2004 angemeldet. Rund vier Wochen später war die Anmeldung seitens der EU-Kommission jedoch für unvollständig erklärt worden, weil Informationen im Bereich Mediaeinkauf fehlten.

Nach Durchsicht der nachgereichten Unterlagen ist die Behörde von Kommissarin Neelie Kroes jetzt der Ansicht, dass der Wettbewerb beim Mediaeinkauf auch nach der Übernahme von Grey durch WPP gewährleistet ist. Zu WPP gehören bereits die Mediaagenturen Mindshare, Mediaedge CIA und Maxus. Sie sind in der Subholding Group M gebündelt. Grey bringt das Netzwerk Mediacom in die Partnerschaft ein.

Wie genau die Integration stattfinden wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Die jetzige Entscheidung der EU-Kommission kann auch als Niederlage der Medienvermarkter und der großen Verlagshäuser interpretiert werden. Sie hatten sich zum Teil öffentlich gegen eine stärkere Konzentration bei den Mediaagenturen ausgesprochen. Das Vorhaben der beiden Werbeholdings Omnicom und Publicis ihren Mediaeinkauf in Deutschland zu bündeln, konnte so Ende November 2004 vorläufig gestoppt werden. mam
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