Durchsuchung bei Zum goldenen Hirschen

Donnerstag, 11. Februar 2010
Hirschen-CEO Martin Blach bestätigt die Durchsuchung
Hirschen-CEO Martin Blach bestätigt die Durchsuchung

In den Geschäftsräumen der Hamburger Agentur Zum goldenen Hirschen hat es eine Durchsuchung durch die Behörden gegeben. Gruppen-Chef Martin Blach räumt ein, "dass es in unserer Hamburger Agentur eine Datensicherung durch die Staatsanwaltschaft gegeben hat". Damit bestätigt er eine Meldung der "Preussischen Allgemeinen Zeitung". Hintergrund für die Durchsuchung ist laut Blach eine anonyme Anzeige. Demnach soll es bei Zum goldenen Hirschen Unregelmäßigkeiten beim Bezug und der Verwendung von Kurzarbeitergeld gegeben haben. Im Detail lautet der Vorwurf, dass die Gehälter zwar entsprechend der angeblich eingesparten Stunden gekürzt worden seien, nicht aber die tatsächliche Arbeitszeit.

Die Agentur hatte 2009 für den Zeitraum Juni bis November Kurzarbeit angemeldet. Laut CEO Blach wurde diese aber vorzeitig beendet, weil die Auftragslage sich wieder verbessert hatte. Von einem nichtordnungsgemäßen Umgang mit der Kurzarbeit sei ihm nichts bekannt. Gleichzeitig betont Blach die Kooperationsbereitschaft der Agentur mit den Behörden. Mittlerweile bestätigt auch die Staatsanwaltschaft Hamburg die Durchsuchung, bei der Datenträger und schriftliche Unterlagen sichergestellt wurden. Diese werden jetzt ausgewertet, um zu prüfen, ob sich der Verdacht erhärtet.

Bemerkenswert ist, wer als erstes über die Durchsuchung bei den Hirschen berichtet hat. Laut einem Eintrag bei Wikipedia ist die "Preussische Allgemeine Zeitung" eine Wochenzeitung für Politik, Kultur und Wirtschaft, die sich selbst als wertkonservativ einschätzt. Das in Hamburg erscheinende Blatt wird von der Landsmannschaft Ostpreußen herausgegeben und setzt sich für Vertriebene ein. Es ist davon auszugehen, dass sich Zeitung und Agentur nicht sehr nahe stehen. Zum goldenen Hirschen arbeitet unter anderem für Die Grünen. mam 
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