Drama mit Zaungast: Publicis bringt falschen Blockbuster ins französische Kino

Dienstag, 21. Juni 2011
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Opulente Kostüme, krachende Gewehrsalven und donnernde Explosionen -  im französischen Kino steht derzeit in einer Filmvorschau das 18. Jahrhundert wieder auf. Fast würde man die Szenerie für makelloses Kino-Entertainment halten, doch etwas in dem Trailer für den Film "Husaren"stört: Der junge Mann mit dem Kapuzenpulli. Man merkt erst gegen Ende der 67 Sekunden, dass es sich nicht um einen neuen Blockbuster handelt: Das Telekommunikationsunternehmen Orange möchte mehr Menschen in den Genuss von fesselnden Leinwand-Spektakeln kommen lassen und hat deswegen Publicis Conseil in Paris beauftragt, eine 2 für 1-Kinokarten-Aktion in Szene zu setzen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist die Geschichte von zwei Brüdern, die mit Krieg, Liebe und Betrug zu kämpfen haben. Doch die zunächst glückliche Liebesgeschichte des einen Mannes mit einer wunderschönen jungen Frau scheint in den Wirren von Krieg, Tod und Zerstörung ein jähes Ende zu finden. Am Ende liegt einer der beiden verwundet am Boden und man erwartet die Art von Dialog, die im Kino an dieser Stelle immer kommt. Doch der mühsam hervorgepresste Satz lautet nicht etwa "Sag meiner Frau dass ich sie liebe", stattdessen fragt der Sterbende: "Wer ist dieser Mann, der immer hinter dir ist?"

Und vielen Zuschauern wird erst jetzt klar werden: Der junge Mann mit dem grünen Kapuzenpulli war die ganze Zeit da, er war Zeuge einer heißen Liebesszene, musste auch pfeifenden Kugeln ausweichen und wurde von einer Explosion durch die Luft geschleudert. Als wäre es das Normalste der Welt stellt Guillaume, der unversehrt gebliebene Teil des Bruderpaars, den jungen Mann als seinen "Kumpel Fred" vor und erläutert: "Dienstags kann man mit Orange jemanden ins Kino einladen." Der andere stößt noch ein ungläubiges "Echt?" hervor, dann greifen bereits wieder feindliche Truppen an.

Neben Publicis Conseil, das die Kreation des Spots verantworteten, war Regisseur Antoine Bardou-Jaquet von der französischen Produktionsfirma Partizan an der Arbeit beteiligt. Die Dreharbeiten fanden in Prag statt und dauerten gut drei Tage. Der Aufwand war enorm, außer der Explosionen und mancher Weitwinkeleinstellungen kamen kaum Effekte zum Einsatz, das Meiste wurde direkt mit der Kamera aufgenommen. Beosnders die Szenen mit den Pferden seien problematisch gewesen, sagt Publicis Conseil-Kreativdirektor Olivier Desmettre: "Ein paar der Szenen mussten wir mehrmal wiederholen." ire
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