Diskussion um Berliner "Mahnmal-Kampagne"

Dienstag, 24. Juli 2001

Für ein breites Medienecho sorgt derzeit die Spendenkampagne für das Berliner Holocaust-Denkmal. Auftraggeber ist der "Förderkreis zur Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden Europas". Entwickelt wurde die Print- und Plakatkampagne von einer Projektgruppe der Agenturen TBWA/Berlin, Im Stall und Zufallsproduktion.

Das Motiv zeigt eine Bergidylle mit der Headline "Den Holocaust hat es nie gegeben". Erst der Claim entschärft die provokante These: "Es gibt immer noch viele, die das behaupten. In 20 Jahren könnten es noch mehr sein. Spenden Sie deshalb ..."



Einer der Kritiker der Kampagne ist Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland: "Ich will die Aktion nicht an sich verurteilen, weil sie gut gemeint ist, aber sie schießt übers Ziel hinaus."

Von deutschen Kreativen bekommt die "Mahnmal"-Kampagne hingegen gute Noten ausgestellt. "Die öffentliche Diskussion, die wir jetzt haben, ist der Beleg für die Qualität der Konzeption", lobt etwa Sebastian Turner, Geschäftsführer von Scholz & Friends Berlin. Anerkennung auch von Oliver Voss von Jung von Matt: "Die Kampagne wagt sich an ein Thema heran, über das viele lieber schweigen - und damit rückt es ins Bewusstsein.!"
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