Discount-Agentur White Lion ist pleite

Dienstag, 30. Juli 2002

Wie heute bekannt wurde, ist gegen die Krefelder Agentur White Lion International das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die Werbeagentur hatte in der Vergangenheit mit ihren Discount-Leistungen in der Werbebranche für reichlich Diskussionsstoff gesorgt. Insbesondere die virtuelle Agentur, die seit 1997 im Internet kostenlose Marketing- und Werbeberatung angeboten hatte, war vielen klassischen Werbern ein Dorn im Auge. White-Lion-Gründer Thomas Huber erklärt in einer öffentlichen Stellungnahme, dass "die Kapitaldecke von White Lion durch die hohen Entwicklungskosten in das Marketingportal und in neue Vermarktungsinstrumente stark angespannt war".

Ein weiterer Grund für das Scheitern der 1992 gegründeten Agentur sei der missglückte Börsengang im Jahr 2000, erläutert Huber. Außerdem sei ihm ein großer Kunde noch einen sechstelligen Betrag schuldig. Darüber hinaus habe sich das Neukundengeschäft aufgrund der aktuellen Marktlage nicht den Erwartungen entsprechend entwickelt. Anfang Juli waren in der Agenturzentrale noch 21 Mitarbeitern und bei den Systempartnern noch rund 200 Mitarbeiter beschäftigt. In welchem Umfang auch ein Teil der Systempartner-Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen sind, muss noch geklärt werden. Die Unternehmen, an denen White Lion beteiligt ist, O2 in Zürich und Falkatus in Wiesbaden, bleiben von der Insolvenz unberührt.
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