Direct: Serviceplan und Jung von Matt gewinnen Gold

Dienstag, 19. Juni 2012
Aus Deutschland in der Direct-Jury: Christoph Everke von Serviceplan
Aus Deutschland in der Direct-Jury: Christoph Everke von Serviceplan

Sensationelles Ergebnis für Deutschland in der Wettbewerbssparte Direct: Im Vergleich zum Vorjahr können hiesige Kreative ihre Ausbeute fast verdoppeln. 13 Löwen wandern auf das Konto deutscher Agenturen - drei glänzen in Gold, vier in Silber und sechs in Bronze. Damit konnten mehr als 50 Prozent der Shortlistplätze veredelt werden. Das Ergebnis ist umso erfreulicher, da es 2011 keinen einzigen goldenen Lion für Deutschland gegeben hatte. Am erfolgreichsten schneidet Serviceplan ab, die insgesamt vier der begehrten Statuetten mit nach Hause nehmen dürfen. In ihrem Gepäck: zweimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze. Zudem wurden die Münchner zur "Direct Agency of the Year" gekürt - vor Wieden+Kennedy, Portland, und DDB Brasil in São Paulo. Gold und Silber holte Serviceplan mit ihrem solarbetriebenen Geschäftsbericht für Austria Solar, der in der Sparte Promo & Activation bereits Bronze gewonnen hat. Das zweite Gold sowie den bronzenen Löwen heimste die Lego-Arbeit "Builders of Sound" ein, die bei Promo & Activation ebenfalls mit Gold veredelt wurde. Das dritte Gold für Deutschland verliehen die Juroren um den ersten israelischen Jurychef Gideon Amichay, früherer CCO und Joint Managing Partner der Agentur Avnon Michay/Y&R Interactive Tel Aviv, an Jung von Matt. Die Hamburger überzeugten mit "The Invisible Drive" für Mercedes-Benz. Damit haben alle Arbeiten, die bereits im Vorfeld als Favoriten gehandelt wurden, gepunktet.

Über drei Löwen darf sich Ortskonkurrent Kolle Rebbe freuen. Die Hamburger Agentur verwandelt ihren Auftritt "2 Euro helfen" beziehungsweise "The Power of a Coin" für Misereor in Silber und Bronze. Bronze gab es zudem für ihre Arbeit "The Real Cookbook" für den Gerstenberg Verlag. Einen erfolgreichen Beutezug legte auch Grabarz & Partner hin, die mit dem "Trojan Shirt" für die Hilfsorganisation Exit einmal Silber und einmal Bronze einheimste. Ebenfalls zwei Löwen holte Kemper Trautmann: Bronze gewinnen der "Fan Messenger" für Audi sowie "Missing Add-On" für die Initiative Vermisste Kinder. Komplettiert wird die Riege deutscher Direct-Löwen-Gewinner von Heimat. Deren ADC-Star "The CNN Ecosphere" war den Juroren um das deutsche Jurymitglied Christoph Everke von Serviceplan "nur" Silber wert.

Insgesamt zeichnete die Jury 85 Arbeiten aus (einen Grand Prix, 15-mal Gold, 25-mal Silber, 44-mal Bronze) - und war damit deutlich großzügiger als im Vorjahr (57 Löwen). Einfach gemacht hat sich die Jury die Entscheidungen jedoch nicht, wie Everke, der zum ersten Mal überhaupt in Cannes ist, gegenüber HORIZONT.NET betont. Im Länderranking liegt Deutschland knapp hinter den USA, die ebenfalls 13 Löwen gewinnen konnten, darunter jedoch auch der Grand Prix. Dahinter folgen Australien mit acht und Japan mit sechs Lions.

Den Best-of-Show-Award für die USA holt Crispin Porter + Bogusky in Boulder mit ihrem "Small Business Gets an Official Day" für American Express. Die Arbeit, die auch in der Sparte Promo & Activation mit dem Grand Prix ausgezeichnet wurde, sei auch gleichzeitig die einzige wirklich große, integrierte Arbeit unter den Einreichungen gewesen, so Everke. "Integriert, kraftvoll und emotional ist heute keine Option mehr, es ist ein Muss einer jeden Direct-Arbeit", betont Jurychef Amichay. Ebenfalls für den Grand Prix diskutiert wurde die Kampagne "Mini Maps" von DDB Paris für die Automarke Mini sowie "Polar Bowl" von Wieden + Kennedy Portland für Coca-Cola. Beide Arbeiten hätten jedoch nicht diese übergreifende, nachhaltige Idee, durch die sich der Grand-Prix-Gewinner aus den USA auszeichne. jm
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