Die Menge als Droge: TBWA London sagt Doping den Kampf an

Dienstag, 17. Juli 2012
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TBWA London macht sich für saubere Olympische Spiele stark: Im Auftrag des Pharmaunternehmens Glaxo Smith Kline, dem offiziellen Laborausstatter der Spiele in London, hat die Agentur eine Anti-Doping-Kampagne entwickelt. In dem Auftritt preist der britische Sprinter Marlon Devonish die Anfeuerungsrufe des Publikums als den ultimativen Kick im Sport - und gibt gleichzeitig Einblicke in sein Innerstes. Marlon Devonish ist nicht mehr der Jüngste: Mit mittlerweile 36 Jahren ist der Kurzsprinter über seinen Leistungszenith längst hinaus. Nun steht ausgerechnet in diesem Jahr mit den Olympischen Spielen das größte Sportereignis der Welt in Devonishs Heimat an - ob den Veteranen der Tartanbahn, immerhin Olympiasieger mit der Sprintstaffel 2004 in Athen, angesichts dieser einmaligen Chance die Versuchung gelockt hat, seiner Nominierung ein wenig nachzuhelfen?

Keineswegs: Devonish erteilt in der Kampagne von Glaxo Smith Kline (GSK) Doping eine klare Absage. "Die Menge ist meine einzige Droge" versichert eine Einblendung am Ende des Spots, der den Zuschauer auf eine spannende Reise durch Devonishs Körper im Moment des Startschusses nimmt. Die körperliche und geistige Anspannung, wenn der Starter seine Kommandos gibt, hat für den Leistungssportler die selbe Intensität wie pulsierende Stromstöße, zerberstendes Glas oder ein Wirbelsturm. "Als Athlet ist es so wichtig zu wissen, dass jeder, der mit einem auf dem Podium steht, es mit harter Arbeit dorthin geschafft hat, und nicht mit Doping", erklärt Devonish sein Engagement.

Der Spot (Produktion: Outsider)  ist ab sofort im britischen TV zu sehen. Flankiert wird der 60-Sekünder landesweit durch Riesenplakate, auf denen auch andere Athleten von der Insel zu sehen sind. Die größte Werbefläche wird eine Reklamewand im GSK-Hauptquartier in London sein - nach Unternehmensangaben größer als die Spannweite eines Jets vom Typ Boeing 737. Das Unternehmen ist der erste Privatanbieter, der die Dopingtests bei Olympischen Spielen durchführt. Bislang lag diese Aufgabe beim Internationalen Olympischen Komitee und der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA.

Marlon Devonish hat es übrigens nicht zu den Olympischen Spielen geschafft. An Bord ist dafür Dwain Chambers, ebenfalls Sprinter, zwei Jahre jünger als Devonish - und von 2004 bis 2006 wegen Dopings international gesperrt. ire
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