"Die Lizenz zu täuschen": Com+Plus droht Zoff mit Deutschem PR-Rat

Freitag, 18. Juli 2008
DRPR-Chef Richard Gaul setzt sich für eine saubere Ausbildung ein
DRPR-Chef Richard Gaul setzt sich für eine saubere Ausbildung ein

Der Deutsche Rat für Public Relations (DRPR) fordert vom PR-Ausbildungsinstitut Com+Plus und dessen Geschäftsführendem Gesellschafter Klaus Merten ein klares Bekenntnis zu nationalen und internationalen PR-Kodizes. Hintergrund ist eine Äußerung von Merten, mit der dieser Mitte voriger Woche im "Handelsblatt" zitiert wurde. Wer PR betreibe, habe "die Lizenz zu täuschen", war dort als Ausspruch Mertens, der Kommunikationswissenschaft an der Universität Münster lehrt, zu lesen.

Nun will der DRPR Auskunft darüber, ob und wie die gängigen PR-Kodizes in die Lehrpläne von Com+Plus einfließen. "Wir können nicht zulassen, dass unter solchen Vorzeichen für den PR-Beruf ausgebildet wird", sagt Richard Gaul, Vorsitzender des DRPR. Die Kodizes würden unter anderem fordern, dass PR-Schaffende transparent machen, für wen sie arbeiten und dass sie die Wahrheit keinem anderen Gut unterordnen.

Sollte Com+Plus nicht nachweisen können, dass diese Regeln als verbindlich vermittelt werden, will der DRPR nicht nur eine Rüge aussprechen, sondern darüber hinaus die Prüfungs- und Zertifizierungsorganisation der deutschen Kommunikationswirtschaft (PZOK) dazu auffordern, bei Com+Plus keine Prüfungen zum PR-Berater mehr zuzulassen. Gaul: "Unser Berufsethos verbietet Täuschung ausdrücklich."
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