Dicke Luft zwischen Publicis und WPP wegen Cordiant

Montag, 14. Juli 2003

Der Ton zwischen der britischen Werbeholding WPP und dem Konkurrenten Publicis verschärft sich. WPP hat Vorwürfe gegen die Franzosen erhoben, eine undurchsichtige Rolle im Kampf um Cordiant zu spielen. Offensichtlich bereiten WPP Treffen zwischen dem Großaktionär Active Value und Publicis Sorgen, da es über den Ausgang widersprüchliche Meldungen gibt. So wurde sowohl berichtet, Publicis sei an weiteren Gesprächen interessiert als auch Publicis plane keine weiteren Verhandlungen mit Active Value. Seit das Cordiant-Board sich für das WPP-Angebot entschieden hat, kaufte außer der syrischen Millardärin Nahed Ojjeh lediglich die britische Investorengesellschaft Active Value weitere Anteile. Mit inzwischen 28,75 Prozent der Anteile verfügt Active Value mittlerweile sogar über eine Sperrminorität. Ob sie sie nutzen wird, um den WPP-Deal in letzter Minute zu stoppen ist noch unklar. In der kommenden Woche wird die Aktionärsversammlung darüber entscheiden. Unterdessen werden schon am Mittwoch die Cordiant-Aktien aus dem Handel genommen.

Seit die syrische Millardärin Nahed Ojjeh 10,1 Prozent der Cordiant-Anteile gekauft hat, ist die Situation noch komplexer geworden. In britischen Medien wurde bereits kolportiert, dass Publicis dahinter stecke, um doch noch die Kontrolle über die britische Holding zu bekommen. Mögliche Verbindungen zu Ojjeh hat Maurice Lévy jedoch umgehend dementiert. Lévy schlägt wiederum gegenüber Cordiant einen schärferen Ton an. Er wirft den Briten vor, in der entscheidenden Phase der Verhandlungen nicht mit offenen Karten gespielt zu haben. Das Unternehmen habe sich nicht an bereits getroffene Abmachungen gehalten. Publicis werde sich auch deshalb nicht mehr um Cordiant bemühen, so Lévy. Dagegen sei man weiter an den zum Verkauf stehenden Zenith Optimedia-Anteilen interessiert. Publicis hält bereits 75 Prozent und würde gerne die restlichen Anteile kaufen. hjs
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