Deutschland verdoppelt Ausbeute bei den Outdoor-Lions / DDB Berlin holt einziges Gold

Mittwoch, 23. Juni 2010
DDB holt mit Bosch-Kampagne Gold
DDB holt mit Bosch-Kampagne Gold

2009 jubelten die Kreativen von DDB in Düsseldorf über Outdoor-Gold. In diesem Jahr können ihre Kollegen aus Berlin punkten. Sie gewinnen Gold und Silber mit ihrer Kampagne für Bosch-Kühlschränke. Jeweils einen silbernen Löwe holen BBDO Düsseldorf für ihre „Child Safety"-Kampagne (Kunde: Deutscher Caritasverband) sowie Jung von Matt Hamburg für ihre Arbeit „Flyvertising. Der erste Fliegenbanner der Welt" im Auftrag des Eichborn Verlages. Zudem holen die deutschen Agenturen achtmal Bronze. Vier davon gehen auf das Konto von BBDO in Düsseldorf (Kunden: Dr. Oetker, Melitta, Smart und Spuk Pictures). Jeweils einen bronzenen Löwen haben Serviceplan in München (Kunde: 8in1 Pet Products), Ogilvy in Frankfurt (Kunde: Rolling Stone Magazin) und DDB Düsseldorf (Kunde: Volkswagen, VW Golf) gewonnen. Die Kreativen der Berliner Agentur Heimat veredeln ihre bei den Media Lions bereits mit Gold dekorierte Kampagne „Go beyond borders" für den Nachrichtensender CNN in dieser Kategorie mit Bronze. Mit dem Ergebnis können die hiesigen Werber ihre Ausbeute im Vergleich zu 2009 verdoppeln. Damals fanden sechs Löwen eine neue Heimat in Deutschland.

Jurymitglied Sebastian Hardieck
Jurymitglied Sebastian Hardieck
Das gute Abschneiden täuscht jedoch über eine Sache hinweg: Deutschland hat Nachholbedarf, was große integrierte Outdoor-Kampagnen betrifft, wie Jurymitglied Sebastian Hardieck, Chief Creative Officer von BBDO Düsseldorf, betont. „Wir alle müssen unseren Fokus noch stärker auf integrierte Kampagnen legen. Wir konzentrieren uns noch zu sehr auf Arbeiten, die an einzelne Medien gebunden sind." Viele andere Länder wie beispielsweise die USA seien zudem beim Thema Ambient einen halben Schritt weiter, während Deutschland zu den Besten bei den klassischen Outdoor-Kampagnen zählt. Besonders deutlich wurde dies in diesem Jahr, da erstmals Ambient- und klassische Kampagnen getrennt voneinander bewertet wurden. Wohin der Trend bei Outdoor geht, steht für Hardieck fest: „Die Relevanz von Ambient wächst weiter, die klassischer Plakate wird sich verringern."

Dieser Entwicklung trägt auch der Blick auf die Spitze der Gewinnerliste Rechnung. Gleich zwei Grand Prix hat die Jury beim diesjährigen Werbefestival verliehen - einen davon für die Ambient-Kampagne von Del Campo/Nazca Saatchi & Saatchi in Argentinien für die Inbev-Biermarke Andes („Teletransporter").

Anomaly holt mit Diesel-Kampagne den Grand Prix
Anomaly holt mit Diesel-Kampagne den Grand Prix
Der zweite Grand Prix geht in die USA. Die „Be stupid"-Kampagne von Diesel (Kreation: Anomaly, New York) begeisterte die Juroren durch ihre Frische und Einfachheit. „Normalerweise werden die interessantesten und cleversten Arbeiten prämiert. In diesem Jahr haben wir die dümmste Idee ausgewählt", begründet Jurypräsident Tay Guan Hin von JWT Singapur, die Entscheidung lachend. „Nur wenige globale Marken trauen sich, einen solchen provokanten Auftritt." Guan Hin zeigte sich von der Qualität der Arbeiten insgesamt sehr begeistert. Und daher wurden mit 122 Statuetten so viele wie noch nie beim Werbefestival verliehen (17-Mal Gold, 43-Mal Silber und 60-Mal Bronze). Im vergangenen Jahr waren es gerade einmal 69. jm
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