Deutsche aus der Cannes-Jury ausgeschlossen

Montag, 07. Oktober 2002

Mit einer drastischen Maßnahme haben die Organisatoren des Cannes International Advertising Festivals und Eurobest auf den umstrittenen Kreativindex (HORIZONT 35/2002) reagiert: Die Deutschen sind künftig aus den Jurys beider Wettbewerbe ausgeschlossen. Hintergrund ist eine von Agenturen wie Jung von Matt, Scholz & Friends, Ogilvy & Mather und Springer & Jacoby initiierte Vereinbarung, sich aufgrund der wachsenden Teilnahmekosten nur noch an bestimmten Kreativwettbewerben zu beteiligen.

Rund 15 deutsche Agenturen halten sich mittlerweile an diese Abmachung - für Roger Hatchuel, Organisator von Cannes und Eurobest, eine klare Boykott-Ansage. Zwar ist Cannes als weltweit wichtigster Wettbewerb aufgelistet, der ähnlich positionierte Kreativwettbewerb Eurobest wird jedoch von besagten deutschen Agenturen nicht mehr bestückt.

Nach Ansicht von Hatchuel gäbe es dafür keinen Grund, weil beide Festivals über einen ähnlich professionellen Jurierungsmodus verfügten. Überdies sei ein solcher Index in einem demokratischen System absolut undenkbar. Schließlich könne jede Agentur selbst entscheiden, an welchem Wettbewerb sie teilnehmen wolle und wo nicht.

Mehr zum Thema in HORIZONT 41/2002
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