Deutsche Bank kündigt Grey

Mittwoch, 25. März 2009
Nicht nur die Hochhäuser der Deutschen Bank werden derzeit umgebaut
Nicht nur die Hochhäuser der Deutschen Bank werden derzeit umgebaut

Die Deutsche Bank beendet die Zusammenarbeit mit der Werbeagentur Grey Worldwide. Wie aus Branchenkreisen verlautet, hat die größte Privatbank des Landes der WPP-Tochter die Kündigung ausgesprochen. Als Grund wird Unzufriedenheit mit der Betreuung angeführt. Beobachter werten den Schritt dagegen als Sparmaßnahme. Das Unternehmen möchte sich nicht zum Thema äußern. "Wir kommentieren unsere Dienstleisterbeziehungen grundsätzlich nicht", sagt ein Sprecher.

Die Trennung von Grey kommt nicht gänzlich überraschend, auch wenn der Zeitpunkt verwundert. Nachdem es im vergangenen Jahr mehrfach Probleme gegeben hatte, schien sich das Verhältnis zuletzt wieder stabilisiert zu haben. Dem Vernehmen nach war die Deutsche Bank seinerzeit vor allem unzufrieden mit ihrem zentralen Ansprechpartner bei Grey. Der Agentur war es nicht gelungen, passenden Ersatz für Sue Nisbet zu finden, die über viele Jahre ein enges Verhältnis zum Kunden aufgebaut hatte und Anfang 2008 zu BBDO gewechselt war.

Nach ihr schlüpfte zunächst Gregor Busch in die Rolle des Anchormans für die Deusche Bank. Er kam von Kolle Rebbe zu Grey in Frankfurt und wurde dort Geschäftsführer. Mit ihm war Marketingchef Alfredo Flores aber wohl nur bedingt zufrieden, sodass später Frank Schrader, Managing Director der Grey-Tochter KW 43, die Zuständigkeit für die Deutsche Bank übernahm.

Grey-Chef Uli Veigel muss auf die Deutsche Bank verzichten
Grey-Chef Uli Veigel muss auf die Deutsche Bank verzichten
Wie es jetzt in Sachen Agenturen bei der Deutschen Bank weitergeht, ist offen. Ob es einen Pitch geben wird, ist bislang noch unklar. Akuter Handlungsbedarf scheint vorerst nicht zu bestehen. Zum einen hat das Unternehmen erst vor kurzem eine neue Kampagne von Grey zu den Themen Festzinssparen und Altersvorsorge gestartet. Zum anderen ist mit Scholz & Friends Berlin bereits eine große Agentur an Bord. Scholz & Friends kümmert sich um Corporate-Themen und hatte zuletzt die Mittelstandskampagne der Deutschen Bank umgesetzt. Die Anbahnungsgespräche, die im vergangenen Jahr darüber hinaus mit DDB geführt wurden, haben offenbar zu keinem Ergebnis geführt.

Bei Grey bedauert man die Entscheidung der Bank, will sich aber auch nicht um einen Neustart bemühen. "Die Grey Werbeagentur arbeitet seit 2005 sehr gerne und mit Leidenschaft für die Deutsche Bank. Sollte die Deutsche Bank allerdings erneut - nach der im September 2008 ausgesprochenen und im Dezember wieder zurückgenommenen Vertragsänderung - zum Pitch aufrufen, würde Grey daran nicht teilnehmen. Das würde uns natürlich leid tun", erklärt Grey-Chef Uli Veigel. mam  
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