Dessoushersteller Palmers und Lowe GGK sorgen mit gewagtem Spot für Aufsehen

Donnerstag, 10. November 2011
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Nach acht Jahren TV-Abstinenz ist der österreichische Dessoushersteller Palmers wieder mit einem Spot in den Werbeblöcken seines Heimatlandes unterwegs - und könnte damit gleich für Furore sorgen. Das von Lowe GGK in Wien kreierte Commercial nimmt am Ende eine überraschende Wendung und zeigt: Beim Wäschekauf ist die Optik knappgeschnittener Spitzendessous zwar nicht unwichtig, aber nicht das einzig ausschlaggebende Argument.
Die Story des von PPM, ebenfalls Wien, produzierten Spots ist schnell erzählt: Langsam zieht sich eine junge Frau sexy Dessous an: Schwarzes Höschen, schwarzer BH und schwarze Strümpfe. Nachdem sie schließlich mit Kleid und Mantel ausgehfertig angekleidet ist, folgen am Ende noch eine große schwarze Sonnenbrille - und ein Blindenstock.

Darf man mit der Behinderung eines Menschen Werbung machen? Man darf, sagt das Unternehmen mit Sitz ebenfalls in Wien und beugt etwaigen Entrüstungswellen vor. Bei der Umsetzung der Kampagne habe man eng mit der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs zusammengearbeitet, so das Unternehmen. "Palmers hat im Vorfeld der Produktion viele Informationen über die Lebensrealität von visuell beeinträchtigten Menschen eingeholt und sich mit großer Offenheit dem Rat der Experten gestellt", bestätigt die Geschäftsführerin der Hilfsgemeinschaft Irene Vogel.

Die Wahl der Protagonistin habe auf der Hand gelegen: "Blinde Menschen haben eine wesentlich höhere Sensibilität, sie verlassen sich beim Dessous-Kauf mehr auf das, was ihnen ihre Hände und ihr Körper über das Wäschestück verraten", so Gudrun Liska, Marketingchefin von Palmers.

Mediabetreuer Wirz schaltet den Spot in Österreich. Eine Ausstrahlung auch im deutschen Werbefernsehen sei nicht geplant, so Liska gegenüber HORIZONT.NET. Lowe GGK hatte sich den Etat für diese Kampagne zuvor in einem Pitch gegen sechs österreichische und drei deutsche Agenturen gesichert. jm
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