Der Agenturmarkt schrumpft: Minus von 1,8 Prozent für 2002

Montag, 24. März 2003

Erstmals seit Jahren verzeichnen die 200 größten deutschen Kommunikationsagenturen einen deutlichen Geschäftsrückgang. Um minus 1,8 Prozent ging das Geschäft der GWA-Agenturen im Jahr 2002 zurück. Sie kamen damit auf ein Gross Income von 1,87 Milliarden Euro (Equivalent Billings 12,5 Milliarden Euro). Das teilte der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA bei der Vorstellung des GWA-Frühjahrsmonitors mit. Doch immerhin sieht GWA-Präsident Holger Jung erste Anzeichen einer Besserung. "Wir sehen Licht am Ende des Tunnels" bekräftigt Jung auch mit Blick auf die Ergebnisse des GWA-Frühjahrsmonitors, für den der Verband die Mitglieds-Agenturen des Verbands befragt hatte.

Danach beurteilen die Agenturen die Situation wieder etwas hoffnungsvoller als noch im Herbst. Zwar befürchten noch immer rund 43 Prozent der Agenturchefs sinkende oder stark sinkende Umsatzzahlen, doch immerhin erwarten 45 Prozent zumindest keine Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr. Noch im Herbstmonitor des GWA waren die Agenturchefs weit pessimistischer. Außerdem verzeichnet mittlerweile jede zweite Agentur positive Spending-Signale ihrer Kunden. Dabei hoffen sie vor allem auf die Sparten Nahrungs- und Genussmittel sowie Chemie und Pharma.

Als größtes Problem bezeichnete die Mehrheit der Befragten nach wie vor den steigenden Kostendruck und die dadurch spürbar gesunkenen Renditen. Nachdem im vergangenen Jahr immerhin 83 Prozent aller Agenturen Einschnitte beim Personal und bei freiwilligen Leistungen machte, sind jetzt immerhin 42 Prozent der Befragten entschlossen, ihr Personal zu halten. Gemessen an teils deutlichen Geschäftsrückgängen hielt sich das Ausmaß der Entlassungen im Jahr 2002 offenbar in Grenzen. Die Zahl der Mitarbeiter der GWA-Agenturen sank um 1,3 Prozent auf 16.728 Beschäftigte. hjs
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