Der ADC steht vor der Weichenstellung

Mittwoch, 22. April 2009
Will mehr Relevanz für den ADC: Amir Kassaei
Will mehr Relevanz für den ADC: Amir Kassaei

Am Wochenende trifft sich die Agenturbranche in Berlin, um ihr wichtigstes Event zu feiern: Den Wettbewerb des Art Directors Club für Deutschland (ADC). Ein halbes Jahr, nachdem Amir Kassaei die Rolle des Vorstandssprechers übernommen hat, steht der Club vor einer Weichenstellung. Die Forderung des DDB-Chefs nach mehr Relevanz stößt in der Branche auf geteilte Meinung. "Natürlich wäre es schön, wenn man mit mit sichtbaren Kunden Preise gewinnen würde", sagt Kerrin Nausch, Associate Executive Creative Director bei Leo Burnett in Frankfurt. Da die Agenturen aber selbst zum hohen Stellenwert der Kreativrankings beigetragen haben, müsse man das Spiel jetzt auch mitspielen.

Kritiker der Relevanzdebatte dagegen befürchten, dass die Diskussion die kreative Energie ihrer Branche ersticken könnte. "Wenn wegweisende Arbeiten einer vekniffenen Relevanzdiskussion zum Opfer fallen, bin ich dagegen", meint zum Beispiel André Kemper, Mitinhaber von Kemper Trautmann in Hamburg. Die Ergebnisse des diesjährigen ADC Wettbewerbs werden zeigen, wie der Club und seine Mitglieder zum Thema Relevanz stehen.

Welche Kreationen in die Gunst der Juroren fallen, zeichnet sich in diesem Jahr noch nicht besonders deutlich ab - eine Medaillenflut wie sie 2008 über die Horst-Schlämmer-Kampagne von DDB geschwappt war, wird wohl ausbleiben. Zu den dennoch diskutierten Nagelkandidaten gehört der Telekom-Spot mit Casting Star Paul Potts, ebenfalls eine Kreation aus der Feder von DDB. jf

Mehr zum Thema lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 17/2009 vom 23. April 
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