DZT muss Etatvergabe überprüfen

Donnerstag, 21. Juli 2005
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Die Vergabe des Etats für die "Freundlichkeitskampagne" zur Fußball-WM der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) an die Agentur Abold in München muss überprüft werden. Die Vergabekammer des Bundeskartellamts hat laut GWA-Pressemitteilung "gravierende Verfahrensmängel" bei der Bewertung der Angebote festgestellt. So sei von der DZT keine eigene Bewertung vorgenommen worden. Stattdessen seien "von der zur Entscheidung gar nicht befugten Jury Kriterien angewendet worden, die weder bekannt gemacht noch zutreffend gewichtet" wurden.

Im Ergebnis heißt das, dass die Angebote von Abold und von Scholz & Friends neu bewertet werden müssen. Die Offerten von Zum goldenen Hirschen und Fischer-Appelt, die ebenfalls an dem Pitch beteiligt waren, werden dagegen nicht erneut überprüft.

Die Vergabekammer hatte sich mit dem Fall auf Intervention der Agenturenverbände GWA und GPRA beschäftigt. Die Verbände feiern die Entscheidung als großen Erfolg. "Wir freuen uns, dass hier ein offensichtlicher Fall von fehlerhafter Vergabe einmal öffentlich aufgeklärt werden konnte", erklärt GWA-Präsident Holger Jung. Zugleich kündigt er an, die weiteren Schritte der DZT genau zu verfolgen. Dort will man von einem schweren Verfahrensverstoß nichts wissen. In einer Pressemitteilung weist die Tourismuszentrale darauf hin, dass die von den Verbänden erhobenen Befangenheitsvorwürfe gegen Jury-Mitglied Fedor Radmann widerlegt wurden. Allerdings räumt auch die DZT ein, dass sie die Angebote von Abold und Scholz & Friends neu bewerten und dokumentieren muss. Dies soll bis Mitte August erfolgen. mam
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