DRPR missbilligt "Lizenz zur Täuschung"

Dienstag, 07. Oktober 2008
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Lizenz Klaus Merten


"Die Profession Public Relations hat eine Lizenz zur Täuschung" - mit dieser Äußerung hat sich der Münsteraner Uni-Professor Klaus Merten auf der Veranstaltung "PR-Career Day 2008" den Zorn des Deutschen Rats für Public Relations (DRPR) zugezogen. Der Branchenverband missbilligt das Zitat in einer Pressemitteilung "scharf und einstimmig", da er darin einen "eklatanten Widerspruch" zu den wichtigsten Berufskodizes Code d'Athènes, Code de Lisbonne sowie den eigenen Selbstverpflichtungen sieht. Die Papiere schließen das Lügen und die Täuschung der Öffentlichkeit im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit nachdrücklich aus. Erschwerend hinzu komme, dass Merten bei seiner umstrittenen Äußerung als Mehrheitsgesellschafter und alleiniger Geschäftsführer des zertifizierten Weiterbildungsinstituts Com + Plus aufgetreten sei. Daher wirkten seine Worte in die Ausbildungsinhalte des eigenen Unternehmens hinein und hätten dadurch eine "besondere Bedeutung für die Weiterbildung der gesamten Branche".

Merten betont dagegen, in seiner Funktion als Wissenschaftler gesprochen zu haben, der für praktische Fragen nicht zur Verantwortung gezogen werden könne. Außerdem habe er die These „PR: Lizenz zur Täuschung" als Frage geäußert. Ferner fasse er den Begriff Täuschung sehr viel weiter als der DRPR, nämlich im Sinne von Visionen und Hoffnungen. In der Folge wirft Merten dem Verband eine „holzschnittartige Wiedergabe" seiner Rede vor, die mehr Fehler als Richtigkeiten enthalte. brö

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