Cordiant: Gewinneinbruch und Rückzug von CEO Michael Bungey

Freitag, 06. September 2002

Michael Bungey, CEO der britischen Werbeholding Cordiant, wird im März 2003 von seinem Amt zurücktreten. Wie bereits zu Beginn der Woche von Insidern erwartet wird David Hearn das Amt übernehmen. Er ist zur Zeit noch CEO und Chairman von Bates Worldwide. Die Holding versucht den Rückzug Bungeys als langfristig geplante strategische Maßnahme zu verkaufen.

Doch ausschlaggebend waren sicher vor allem die miserablen Geschäftszahlen des 1. Halbjahres, die Bungey heute verkünden musste. Unter den Werbeholdings ist Cordiant von der Krise der Werbewirtschaft am stärksten betroffen. Der Gewinn vor Steuern ist im Vergleich zum Vorjahr um 48 Prozent eingebrochen. Die Einnahmen im 1. Halbjahr sind im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Prozent zurückgegangen.

Die Halbjahreszahlen berücksichtigen noch nicht die beiden größten Etatverluste von Bates. Das Network hatte mit Wendy´s und Hyundai in den USA unlängst zwei seiner wichtigsten Kunden verloren. Um Kosten zu reduzieren will die Holding die Bates Gruppe neu aufstellen. Die Dialogtochter 141, die Design-Agentur Fitch und Healthworld werden mit Bates Advertising zu einer Kommunikations-Agentur verschmolzen.

Die Cordiant-Agenturen Scholz & Friends (S&F) und FD International sollen von den Veränderungen unberührt bleiben. Zuletzt war mehrfach spekuliert worden, dass sich Cordiant von seinem 76-Prozent-Anteil an S&F trennen wolle. Als Interessent handelten Insider die WPP-Holding, Muttergesellschaft von Agenturnetzwerken wie Ogilvy & Mather, Young & Rubicam und J. Walter Thompson.
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