Commarco beerdigt Lowe Deutschland

Montag, 05. September 2011
Die WPP-Tochter Commarco schließt Lowe Deutschland endgültig
Die WPP-Tochter Commarco schließt Lowe Deutschland endgültig

Nach mehr als anderthalb Jahren, in denen die Agentur Lowe Deutschland mehr oder weniger nur noch auf dem Papier existierte, kommt nun das erwartete endgültige Aus. Minderheitsgesellschafter Lowe International hat eine im Vertrag mit Commarco (Scholz & Friends) bestehende Option gezogen und die Zusammenarbeit beendet. Commarco gehört seit Juni zur britischen WPP-Gruppe - und damit zu einer Holding, die mit der Muttergesellschaft von Lowe International (Interpublic) konkurriert. Commarco hat die rund 20 Prozent an Lowe Deutschland vom bisherigen Partner gekauft und die Firma in Commarco Services umbenannt. Sie dient als nichtoperative Mantelgesellschaft, die bei Bedarf aktiviert werden kann. Unter dem Strich sei man dennoch zufrieden mit der Bilanz, die Agentur habe Gewinne erwirtschaftet, teilt Commarco mit.

Der ursprüngliche Plan klang deutlich ambitionierter. Lowe Deutschland wurde 2007 mit großem Aufmarsch gestartet. Die Agentur sollte zum einen dem Interpublic-Network Lowe hierzulande wieder eine sichtbare Präsenz verschaffen. Zum anderen erfoffte sich die damalige Führung von Scholz & Friends durch die Zusammenarbeit mit dem Network ihren eigenen Kunden eine internationale Lösung anbieten zu können.

Wirklich Fahrt aufgenommen hat das Modell jedoch nie. Hauptkunde blieb Unilever mit Marken wie Knorr, Rama, Domestos und Coral. Darüber hinaus konnte kein nennenswertes Geschäft gewonnen werden. Auch internationale Kampagnen, die zusammen mit Lowe umgesetzt wurden, blieben die Ausnahme. Die beiden Geschäftsführer Constantin Kaloff (Kreation) und Gunnar Brune (Beratung) hatten die Agentur bereits im vorigen Jahr verlassen.

Das Geschäft mit Unilever wurde in der Folge zu Scholz & Friends Hamburg verlagert. Das gilt auch für die Mitarbeiter. Zu "Hochzeiten" hatte Lowe Deutschland 15 Angestellte unter Vertrag, zuletzt waren es noch zwei. Internationale Lösungen will Scholz & Friends künftig mit Kooperationspartnern aus der WPP-Gruppe anbieten. mam      
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