Coke gibt Edge Creative den Laufpass

Mittwoch, 05. April 2000

Nach fast einer Dekade will sich Coca-Cola von seiner unkonventionellen Inhouse-Agentur Edge Creative verabschieden. Der Anfang der Woche publik gemachte Strategieschwenk ist ein weiteres Indiz für die weit reichenden Änderungen, die der neue CEO Doug Daft eingeleitet hat, um die Flaggschiff-Marke wieder auf flotteren Kurs zu bringen. Coca-Cola hatte 1992 die Werbebranche mit der Ernennung der Hollywood-Agentur Creative Artists zur alleinigen Agentur der Marke erschüttert. Über vier Jahrzehnte hatte McCann-Erickson Wolrdwide Cokes kreative Linie verantwortet. Nach dem Ausscheiden von CAA-Superagent Michael Ovitz hatte die neu gegründete Agentur Edge Creative als Inhouse-Agentur Coca-Colas Kreativgeschäft übernommen. Die ungewöhnliche Allianz produzierte die "Always"-Kampagne, die von 1993 bis 1999 lief. In den Anfangsjahren der Zusammenarbeit gab es viele Spekulationen, das neuartige Agentur-Kunden-Modell werde die gesamte Branche beeinflussen, was sich jedoch nicht bestätigte. Vielmehr kehrte der Klient in Atlanta in jüngster Vergangenheit zunehmend zu traditionellen Agenturbeziehungen zurück. So waren in den vergangenen Jahren neben Edge Creative vor allem Leo Burnett sowie fünf weitere Agenturen (BBH, D'Arcy, Doner, McCann-Erickson und Wieden & Kennedy ) an dem kreativen Prozess beteiligt. Für die erste Runde der im Januar auf den Weg geschickten "Enjoy"-Kampagne zeichnet Leo Burnett maßgeblich verantwortlich.
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