Citizen Drift: Wie Kolle Rebbe Völkerverständigung praktiziert

Montag, 06. August 2012
Anonym und trotzdem öffentlich schildern die Gäste ihren Deutschland-Besuch (Bild: Kolle Rebbe)
Anonym und trotzdem öffentlich schildern die Gäste ihren Deutschland-Besuch (Bild: Kolle Rebbe)
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Von zwei anonymen Kreativen aus Amerika war die Rede, ebenso von Asyl und vom Gang an die Öffentlichkeit. Was sich wie die Beschreibung eines Agenten-Thrillers anhört, war kürzlich auf der Facebook-Seite von Kolle Rebbe zu lesen. Tatsächlich ist seit einigen Tagen auf den Social Media-Kanälen der Agentur Englisch erste Amtssprache. Nun löst Creative Director Sascha Hanke das Rätsel.
Sascha Hanke, Executive Creative Director bei Kolle Rebbe
Sascha Hanke, Executive Creative Director bei Kolle Rebbe
Zumindest teilweise: Bei den Gästen aus Übersee handelt es sich um amerikanische Studenten von der US-Dependance der Miami Ad School, die derzeit bei Kolle Rebbe in Hamburg ein Praktikum machen. Statt die beiden nun heimlich still und leise ihre Arbeit machen zu lassen, will Kolle Rebbe den Aufenthalt der US-Kreativen unter dem Motto "Citizen Drift" zu einer ganz besonderen Erfahrung der Völkerverständigung machen. „Die beiden sollen unseren Agenturalltag und das Leben in Deutschland durch die amerikanische Brille beleuchten", sagt Hanke. Wie das Duo das Leben in Deutschland erlebt, dürfen sie in den kommenden Wochen via Social Media kund tun. „Sie bringen einen ganz frischen Wind hier rein. Da soll man auch auf unserem Twitter-Account und unserem Facebook-Profil merken.“ Ein wenig Privtasphäre sollen die beiden dann aber doch haben, sodass sie zunächst anonym schreiben.

Mittlerweile scheinen die Gäste sich prächtig eingelebt zu haben. So loben sie die Landschaft, die Bauwerke sowie die Freundlichkeit der Menschen. Eine Cola in einem 0,2-Literglas scheint den beiden dann doch etwas mikrig. Überhaupt die Lebensmittel: "Wir haben gehört, dass Bier in Deutschland zu den Grundnahrungsmitteln gehört. Macht Sinn, in den Staaten ist Ketchup ein Gemüse", twittern die beiden amüsiert.

Allerdings - soviel Deutschtum gehört dazu - sind die Amerikaner zum Arbeiten und Lernen in Hamburg. „Sie sind bei uns voll eingebunden, so weit es realisierbar ist. Das heißt sie arbeiten an aktuellen Pitches mit, bereiten Präsentationen vor oder unterstützen auch das Tagesgeschäft, etwa auf dem Lufthansa-Etat", sagt Hanke. Und auch der Austausch mit dem hauseigenen Nachwuchs funktioniert sehr gut, wie Hanke erklärt. "Daran zeigt sich, wie global die Werbewelt ist." ire
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