Carat: Deutscher Werbemarkt schrumpft weiter

Freitag, 26. März 2010
Carat hat keine guten Nachrichten für Deutschland
Carat hat keine guten Nachrichten für Deutschland

Der deutsche Werbemarkt wird in absehbarer Zeit wohl nicht wachsen. Das geht aus der aktuellen Prognose von Carat hervor. Konkret sagt das Media-Network Deutschland in diesem Jahr ein Minus von 2,6 Prozent voraus, im Jahr 2011 soll der Rückgang bei 1,2 Prozent liegen. Im vergangenen Jahr waren die Werbeumsätze hierzulande spürbar um 7,4 Prozent eingebrochen. Damit kann Deutschland nicht mit der weltweiten Entwicklung Schritt halten. Der Carat-Prognose zufolge werden die globalen Spendings in diesem Jahr um 2,9 Prozent anwachsen - und damit deutlich stärker als noch im Oktober vorausgesagt: Damals war Carat von einem Plus von nur einem Prozent ausgegangen. Während Carat seine weltweite Prognose nun anhob, korrigierte die Agentur die Zahlen für Deutschland sogar nach unten. Vor einem halben Jahr war noch von einem Minus in Höhe von 2,3 Prozent die Rede, 0,3 Prozentpunkte besser als aktuell. Begründet wird die schlechtere Entwicklung hierzulande mit der schwierigen Situation im Markt für schnelldrehende Konsumgüter. Carat geht davon aus, dass sich die deutschen Verbraucher 2010 in puncto Konsum zurückhalten werden.


Beunruhigend ist, dass Deutschland eines von nur 2 Ländern ist, deren Aussichten sich verschlechtert haben. Nur für Japan wurde die Prognose ebenfalls nach unten korrigiert. Hier sollen die Spendings 2010 um 3,1 Prozent fallen. Im Oktober 2009 war Carat hier noch von einer Stagnation ausgegangen.

Jerry Buhlmann, CEO von Aegis Media
Jerry Buhlmann, CEO von Aegis Media
"Wir sehen fast überall eine Stabilisierung in den großen Märkten, mit Ausnahme von Deutschland, Spanien und Japan", bringt Jerry Buhlmann, CEO von Aegis Media, die schlechten Nachrichten auf den Punkt. In Spanien sollen die Spendings 2010 um 2 Prozent sinken.

Überall sonst stehen die Zeichen auf Erholung, selbst in gesättigten Märkten. So sollen die Werbeausgaben in den USA 2010 nach einem Minus von 14 Prozent im Vorjahr nun um 0,2 Prozent steigen, in Großbritannien, wo das Minus 2009 bei 12 Prozent lag, soll es um 2,9 Prozent nach oben gehen. Auch Frankreich sagt Carat ein Plus von 1,7 Prozent voraus. mas
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