Cannes-Streit wird zur Farce: Festivalleitung will deutsche Eurobest-Einnahmen an den GWA spenden

Mittwoch, 09. Oktober 2002

Der Streit zwischen Roger Hatchuel, dem Eigentümer der beiden Werbefestivals Cannes Advertising Festival und Eurobest, und den deutschen Agenturkreativen treibt immer kuriosere Blüten: Zuerst hat Hatchuel die deutschen Kreativen aus den Jurys seiner Wettbewerbe ausgeschlossen, weil Eurobest nicht im umstrittenen Kreativ-Index des "Manager Magazins" aufgelistet ist. Daraufhin haben einige deutsche Agenturvertreter dem 69-Jährigen in einem offenen Brief vorgeworfen, er handele aus rein kommerziellem Interesse.

Jetzt folgt erneut ein Gegenschlag von Hatchuel: Um zu betonen, dass es ihm keineswegs um Profit, sondern um den Kampf für die Wettbewerbsfreiheit geht, will er sämtliche Einnahmen aus den Eurobest-Einsendungen der rund 15 "Index"-Agenturen an den deutschen Agenturenverband spenden. Voraussetzung hierfür wäre natürlich, dass sie sich doch noch an dem Festival beteiligen würden. Beim Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA), der letztlich von dieser Aktion profitieren würde, löste die Nachricht Verwunderung aus. Dort habe man noch nichts von Hatchuels großzügigem Vorschlag gehört.
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