Cannes: Scholz & Friends punktet bei der Press Jury

Mittwoch, 24. Juni 2009
Die Jury der Wettbewerbssparte Press verlieh fünf Löwen an hiesige Agenturen
Die Jury der Wettbewerbssparte Press verlieh fünf Löwen an hiesige Agenturen

Das Abschneiden der deutschen Agenturen in der Wettbewerbssparte Press fällt in diesem Jahr ein wenig schlechter aus als 2008. Insgesamt gehen in dieser Kategorie fünf Löwen nach Deutschland - im Vorjahr waren es sieben. Mit Gold zeichnete die Jury eine Kampagne von Scholz & Friends für die "Augsburger Allgemeine Zeitung" aus. Auf das Konto der Agentur gehen außerdem ein Silberlöwe für Nykke & Kokki sowie ein Bronzelöwe für die Diktatoren-Motive, die im Auftrag der internationalen Gesellschaft für Menschenrechte entstanden sind. Darüber hinaus sorgte der Kunde Ikea für Edelmetall: Jeweils einmal Silber geht an Grabarz & Partner und an DDB Germany. Generell zeigte sich die Jury bei der Löwenvergabe zurückhaltender als im Vorjahr, was auch daran liegen mag, dass Press der Bereich ist, der unter dem allgemeinen Einreichungsrückgang am meisten Federn lassen musste (-32,2 Prozent international, -24,7 Prozent aus Deutschland). Während 2008 noch 92 Löwen verteilt wurden, war in diesem Jahr schon die Shortlist bezeichnend kurz. Am Ende erreichten 71 Arbeiten Award-Status, den Grand Prix heimste Fred & Farid in Paris mit der "Dakota"-Kampagne für Wrangler ein.

Juror Matthias Schmidt, Partner bei Scholz & Friends in Hamburg
Juror Matthias Schmidt, Partner bei Scholz & Friends in Hamburg
"Gerade für den Bereich Mode ist Press nach wie vor eine sehr wichtige Kategorie", sagt der deutsche Juror Matthias Schmidt, Partner bei Scholz & Friends in Hamburg. Die Grand-Prix-Kampagne habe es geschafft, Wrangler als Lifestylemarke zu positionieren und dem Unternehmen so eine komplett neue Richtung zu geben. Zwar wurden auch andere Goldarbeiten für den Grand Prix gehandelt, darunter die von Scholz & Friends. "Wrangler hat letztlich gewonnen, weil die Kampagne ein Masterplan für ein Produkt ist", erklärt der Juryvorsitzende David Lubars.

Der Chairman und CCO von BBDO North Amerika legte in seiner Jury großen Wert auf Diskussion. Unüblicherweise gingen er und seine Kollegen auch die nach der anonymen Punktevergabe erstellte Shortlist noch einmal manuell durch. Darüber hinaus habe die Jury die Arbeiten streng nach ihrer Substanz abgeklopft, berichtet Schmidt.

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"Meine Juryrolle hat mir den Glauben an Cannes zurückgegeben", gibt er zu. Nachdem das Festival in den letzten Jahren vielerorts den Ruf als Fantasieshow oder Experimentierküche genießen musste, habe er in diesem Jahr erlebt, dass es nur echte Arbeiten zu Edelmetall bringen und dass "nicht beschissen" wird - obwohl laut Juryberichten manche Nationen, darunter Brasilien, durchaus versuchen, vor und zwischen den Sitzungen positive Stimmung für ihr Land zu machen. jf
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