Cannes-Report: Debakel bei Preisverleihung am Dienstag - Deutsche gehen bei Medialions leer aus

Mittwoch, 23. Juni 1999

Bevor Romain Hatchual, CEO des Cannes Festivals, die Pressekonferenz für die Medialions eröffnete, verlas er eine Entschuldigung: Die Preisverleihung der Press & Poster-Preise und der Cyberlions am Dienstag Abend sollte als digitales Multimedia-Event inszeniert werden. Aber nichts klappte, das Event geriet zum Debakel. Pfiffe und Buhrufe begleiteten die Preisvergabe. Bevor Hatchual schließlich die Gewinner der Medialions bekannt gab, entschuldigte er sich bei Werbern und Sponsoren für das mißlungene Event. Die deutschen Agenturen gingen bei der Verleihung der Medialions, die in diesem Jahr zum ersten Mal verteilt wurden, leer aus. Von insgesamt 421 Einreichungen schafften es 73 Einreichungen auf die Shortlist. Darunter auch zwei Arbeiten von deutschen Agenturen: Ogilvy & Mather aus Frankfurt mit ihrer Arbeit für Nestlé (Joghurt Snack) und Springer & Jacoby Media für den Kunden Daimler-Chrysler (Brand Mission). Der Grand Prix in der Kategorie Medialions ging an eine Agentur aus Neuseeland: Palaceplus, Aukland, konnte die Jury mit ihrer Arbeit für Sony Computer Entertainement (Playstation Brand and Game Lounges) überzeugen. "Palaceplus wurde ausgezeichnet, weil ihre Arbeit unglaublich innovativ ist und neben klassischen Medien auch ganz neue Formen von Event und PR integriert", begründete Paul Woolmington, President der Media Jury, die Entscheidung. Neuseeland und Großbritannien konnten von den 16 vergebenen Medialions jeweils drei Preise einstecken. Enttäuschend war die Preisvergabe vor allem für die US-amerikanischen Agenturen: Obwohl auf der Shortlist stark vertreten, gingen die US-Agenturen bei der Vergabe der Medialions leer aus.
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