Cannes Lions: Kreativagenturen beherrschen die Media-Kategorie

Dienstag, 17. Juni 2008
Grabarz & Partner dürfen sich über einen goldenen Media Löwen freuen
Grabarz & Partner dürfen sich über einen goldenen Media Löwen freuen

Grabarz & Partner hat die Kampagne "Fast news" für Stern.de mit einem Media Lion vergoldet. Damit ist die Hamburger Agentur die erfolgreichste unter den fünf deutschen Werbeschmieden, die in diesem Jahr einen Cannes-Löwen in der Kategorie Media mit nach Hause nehmen dürfen. Über Silber darf sich TBWA mit der Aktion "Week" für Absolut Vodka freuen, Bronze waren der Jury Arbeiten von Nordpol ("Asics Triathlon" für Asics Europe), DDB Germany ("Perspiration Emergency" für Henkel) und die "2-Way-Radio-Campaign" von BBDO Germany für Mercedes-Benz Trucks wert.

Insgesamt wurden in dieser Wettbewerbssparte 55 Awards vergeben, das sind nur vier mehr als im letzten Jahr – und das, obwohl die Zahl der Einreichungen mit 2000 deutlich höher lag als 2000. "Unter den immens vielen Arbeiten waren vergleichsweise wenige dabei, die unseren Ansprüchen gerecht werden konnten", kritisiert Jurypräsident Dominic Proctor. Kampagnen, die einen Media-Löwen verdienen, müssen sowohl durch Consumer Insight als auch durch Exekution und Ergebnisse überzeugen.

Eine auf mobiles Marketing fokussierte Kampagne von Forsman & Bodenfors in Schweden wurde diesen Ansprüchen am besten gerecht und staubte den Grand Prix ab. "Der Auftritt punktet durch sehr genaue Zielgruppenanalyse und raffinierte Mediennutzung", erklärt Juror Indris-Lawrence Lachmann, Managing Director bei Pilot Media in Hamburg. "Außerdem hat sie es geschafft, das ernste Thema Altersvorsorge auf spielerische Weise an sehr junge Verbraucher heranzutragen". Wie in den vergangenen Jahren dominierten auch 2008 die klassischen Kreativen die Kategorie. Die Hälfte aller Einsendungen kam nicht von Mediaagenturen, sondern von Werbe- und PR-Agenturen und sogar von Designbüros. "Zum einen kennen die sich besser im Wettbewerbsgeschäft aus", erklärt Proctor. "Zum anderen verschwimmen die Grenzen zwischen Media und Kreation zunehmend." Lachmann sieht die Dominanz der Kreativagenturen gelassen. Immerhin handele es sich bei den Cannes Lions um eine öffentliche Angelegenheit. "Wenn die Mediaagenturen nichts einreichen, dann gewinnen sie eben auch nichts."

Goldideen habe es laut Lachmann auch in dieser Kategorie einige gegeben. "Die wurden aber schnell disqualifiziert." Auffallend stark waren seien die Arbeiten im Bereich Ambient Media gewesen. "Hier kann man sich austoben und seine Fähigkeiten in Sachen Consumer Insight und Involvement unter Beweis stellen", erklärt Lachmann.

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