Cannes Lions: Keine Löwen für Deutschland bei Titanium & Integrated

Montag, 23. Juni 2008
Einen Titanium-Lion dürfen die deutschen Agenturen nicht mitnehmen
Einen Titanium-Lion dürfen die deutschen Agenturen nicht mitnehmen

Die Kategorie Titanium & Integrated bleibt neben den Film Lions das Problemkind der deutschen Agenturen. Wie schon in der vergangenen Jahren konnten die hiesigen Teilnehmer keinen einzigen Löwen in dem Wettbewerb gewinnen, der zum einen wegweisende Ideen, zum anderen vorbildlich integrierte Kampagnen auszeichnet. Damit bleibt es 2008 bei einem deutschen Shortlistplatz in dieser Kategorie. Er ging an Jung von Matt/Next für das Online-Graffiti-Projekt „Nextwall".
Den Grand Prix bei den Titanium Lions sicherte sich in diesem Jahr die Arbeit „Uniqlock" von der Agentur Projector in Tokio für das Mode-Label Uniqlo. Der Online-Auftritt hatte vor einigen Tagen bereits den Grand Prix in der Kategorie Cyber gewonnen. „Es handelt sich um eine atemberaubend schöne, unterhaltsame und involvierende Arbeit", begründet Jurypräsident Mark Tutssel, weltweiter Kreativchef von Leo Burnett die Entscheidung. Und Jurymitglied Paul Woolmington von der Agentur Naked ergänzt: „Uniqlock ist ein Musterbeispiel dafür, wie relevant eine virale Kampagne für eine Marke sein kann." Neben dem Grand Prix verlieh die Jury zwei weitere Titanium-Löwen. Sie gehen an „Million" von Droga 5 für das New York City Department of Education und „Black Boy Wanting Water" von der belgischen Agentur Mortierbrigade für Studio Brüssel. Die Spendenkampagne hatte zuvor schon einen goldenen Löwen im Media-Wettbewerb gewonnen.


In der Kategorie Integrated ging der Grand Prix an die bei anderen Awardshows bereits mehrfach ausgezeichnete Kampagne „Halo 3" für das X-Box-Computerspiel von Microsoft. Verantwortliche Agentur ist McCann-Erickson in San Francisco. Sie kann sich für die selbe Arbeit auch über einen Grand Prix bei den Film Lions freuen. „Diese Arbeit erobert Herz und Verstand. Jedes Mal, wenn man sie sieht, ist man fasziniert", schwärmt Jurychef Tutssel von Halo 3. Es habe in der Jury - wie bei Uniqlock - große Einigkeit bestanden, diese Arbeit mit dem Grand Prix zu prämieren. Beide Beiträge würden zeigen, welche Aufgabe im Zentrum von Kommunikation steht: „Menschen zu bewegen und zu involvieren". Weitere Preisträger bei Integrated sind „Whopper Freakout" von Crispin Porter + Bogusky für Burger King und „Lead India" von JWT in Mumbai für „The Times of India". Für die zuletzt genannte Arbeit ist es ebenfalls der zweite Grand Prix beim diesjährigen Cannes Festival. Anfang der Woche wurde die Kampagne mit dem Hauptpreis in der Kategorie Direct ausgezeichnet.

Erfolgreichstes Land bei den Titanium & Integrated Lions sind traditionell die USA. Sie nehmen diesmal einen Grand Prix sowie zwei weitere Trophäen mit nach Hause. In dieser Kategorie werden neben dem Hauptpreis nur Löwen vergeben - also kein Gold, Silber und Bronze. 2007 hatte die Jury insgesamt acht Arbeiten geehrt, jeweils die Hälfte bei Integrated und Titanium. In diesem Jahr sind es pro Kategorie je drei Gewinner. Die von vielen Beobachtern als Mitfavorit gehandelte Kampagne „HBO Voyeur" von BBDO New York, die bereits den Grand Prix in den Wettbewerben Outdoor und Promo geholt hatte, ging hier leer aus.
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