Cannes Lions: Guter Einstand deutscher Agenturen bei den Design Lions

Donnerstag, 19. Juni 2008

Die Premiere der Design Lions in Cannes fällt für hiesige Agenturen erfreulich aus. Mit acht Löwen ist Deutschland die erfolgreichste Nation in der neuen Kategorie. Auf den Rängen folgen Indien und Großbritannien mit jeweils sechs edelmetallenen Statuetten. Gold gab es für zwei sehr unterschiedliche deutsche Arbeiten. Jung von Matt überzeugte die Jury mit den subtilen "Tree Drawings", Atelier Markgraph konnte "The road to the future" (Kunde: Daimler) vergolden. Über jeweils einen Siberlöwen freuen sich Jung von Matt, Kemper Trautmann, Ogilvy, Mutabor Design sowie Scholz & Friends. Für Ogilvy reichte es zudem für einen Award in Bronze.

"Deutschland ist momentan ein richtiger Magnet für gute Designer", erklärt Juror Florian Dengler von Metadesign den Erfolg. Dass die auch in Werbe- und nicht nur in Designagenturen arbeiten, beweisen die Gewinner. "Die strikte Trennung zwischen Werbern und Designern, die ich vor dem Festival noch gemacht habe, würde ich nicht mehr unterschreiben", gibt Dengler zu. Er wünscht sich, dass seine Branche die Lions in Zukunft stärker annimmt und ebenfalls ihre Arbeiten nach Cannes schickt.

In diesem Jahr wurde die Kategorie deutlich von klassischen Werbeagenturen dominiert - nicht nur was die Einreichungen aus Deutschland betrifft. Auf die Qualität der Arbeiten habe das aber keinen Einfluss, bestätigt auch Jurypräsident Rodney Fitch. Besonders beeindruckt hat ihn und seine Kollegen dennoch eine Arbeit von einer auf Design spezialisierten Agentur: Der erste Design Grand Prix in der Geschichte der Cannes Lions geht an Turner Duckworth für "Coca Cola Identity". "Diese Arbeit ist radikal und vermittelt gleichzeitig die traditionellen Werte einer großen etablierten Marke", erläutert die französische Jurorin Sylvia Vitale Rotta von Team Creatif.

Insgesamt spielen bei vielen der eingereichten Arbeiten die Themen Ökologie und Nachhaltigkeit eine Rolle. "Besonders stark in diesem Bereich ist Brasilien", stellt Dengler fest. Wie die Kollegen in den anderen Wettbewerbssparten musste auch seine Jury sich mit dem Thema Fakes befassen. Besonders aus Deutschland und den USA seien relativ viele Goldideen dabei gewesen, bemängelt Dengler. Anzeigen etwa, die zu Postern gepimpt wurden, sorgten für schlechte Laune und wurden schnell disqualifiziert.


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