Cannes Lions: Deutsche Ausbeute in der Kategorie Radio besser denn je

Dienstag, 17. Juni 2008
BBDO konnte sich mit dem Mercedes-Spot "Nothing" Gold sichern
BBDO konnte sich mit dem Mercedes-Spot "Nothing" Gold sichern

Die Ergebnisse der diesjährigen Radio Lions in Cannes fallen für hiesige Agenturen sehr erfreulich aus. In der Kategorie, in der englischsprachige Länder traditionell die besten Chancen haben, hat Deutschland fünf Awards abgeräumt und ist damit hinter den USA die zweitstärkste Nation in der Wettbewerbssparte. 2007 konnte Deutschland gerade mal einen Radio-Löwen ergattern, 2006 reichte es für keinen einzigen. Gold gab es für den Spot "Nothing", den BBDO Germany für Mercedes-Benz kreiert hat, Silber verdiente eine Kampagne von Grabarz & Partner für Volkswagen. Die drei deutschen Bronze-Löwen gehen an Y&R Germany, DDB Berlin und Start in München.

Für eine Überraschung sorgt auch der Grand Prix, der in diesem Jahr an Dentsu in Tokio geht. Japan hatte in den vergangenen drei Jahren keinen einzigen Award in der Kategorie Radio verbuchen können. "Wenn das Sounddesign stimmt, gibt es für Radiospots keine Sprachbarrieren", betont Mark Gross, Senior Vice President und Group Creative Director bei DDB in Chicago, der dieses Jahr den Vorsitz der Radiojury in Cannes übernommen hat. Der deutsche Juror Hans-Peter Albrecht fügt hinzu, dass die Nationen, in denen Englisch gesprochen wird, zwar immer noch im Vorteil sind – auch, wenn es darum geht, in der Jury für Arbeiten aus dem eigenen Land zu argumentieren. Deutschland sei jedoch in den vergangenen Jahren deutlich stärker geworden, wenn es um Kreation für Radio geht. "Die Branche hat begriffen, dass das Medium Potenzial hat", so Albrecht. Die Agenturen behandelten die Kategorie nicht mehr so stiefmütterlich wie früher. Besonders stark seien die Deutschen handwerklich und beim Texten, Nachholbedarf gebe es dagegen bei den Übersetzungen ins Englische.

Während der Jurysitzungen liegen den Juroren eine englische sowie eine Fassung in der Originalsprache des Einsendelandes vor. "Das ist zwar unrealistisch, aber Wettbewerbe haben mit der Realität sowieso nichts zu tun", gibt Albrecht zu. "Cannes ist eine Ideenschau, die die Leistungsfähigkeit der Branche zeigt." Ob ein Spot tatsächlich gelaufen ist, könne man am Ende nicht sicher feststellen und man solle diesbezüglich "nicht so kleinlich sein". Diskussionen über Fakes und Goldideen gab es in der Radiojury keine.

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