Cannes: Knauserige Radiojury - Deutschland geht leer aus

Dienstag, 23. Juni 2009
Die Radio-Jury siebte gnadenlos aus
Die Radio-Jury siebte gnadenlos aus

Eine große Präsenz auf der Shortlist ist noch lange keine Garantie für einen Löwen in Cannes. Das beweisen im diesjährigen Wettbewerb die Ergebnisse in der Kategorie Radio. Deutschland hatte die Liste mit 27 Nominierungen angeführt, keine einzige davon konnte veredelt werden. Besonders nach dem guten Abschneiden im vergangenen Jahr (einmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze) eine bittere Enttäuschung für deutsche Agenturen und Produktionshäuser.
Hätte gern mehr Preise vergeben: Juror Torsten Hennings
Hätte gern mehr Preise vergeben: Juror Torsten Hennings
Allerdings war die Radiojury unter dem Vorsitz von Matthew Bull, Chief Creative Officer von Lowe Worldwide in Südafrika, in diesem Jahr generell sehr streng. Insgesamt wurden nur 15 Radio-Löwen vergeben, 2008 waren es noch 48 gewesen, fünf davon für Deutschland. In diesem Jahr sind Südafrika und die USA die einzigen Nationen, die mehr als einen Award in der Sparte Radio mit nach Hause nehmen dürfen. Nach Südafrika geht der Grand Prix für eine Airline-Kampagne von Network BBDO Johannesburg sowie ein Bronzelöwe für Grey, ebenfalls Johannesburg. Die USA konnten sich jeweils eine goldene, eine silberne und eine bronzene Trophäe sichern.

„Die geringe Ausbeute spiegelt die Qualität deutscher Radiowerbung nicht wider“, kritisiert der deutsche Juror Torsten Hennings von Studio Funk in Hamburg. Genauso wie die internationalen Arbeiten seien die deutschen Einreichungen auf demselben Qualitätsniveau gewesen wie im Vorjahr, viele Kandidaten seien nur knapp an der Löwen-Diskussion vorbeigerutscht. „In meinen Augen haben wir zu wenige Löwen vergeben“, so Hennings.

Alles auf einen Blick

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Auffällig ist, dass der VW-Funkspot „Absurd geringer Verbrauch“ von DDB in Berlin, der von der ADC-Jury sogar für den Grand Prix gehandelt wurde, in Cannes nicht einmal auf der Shortlist auftaucht. Und das, obwohl der Best of Show Award auch hier durch seine absurde Herangehensweise punktet. jf
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