Cannes: Goldener Cyber-Löwe für Ogilvy

Mittwoch, 20. Juni 2007
Ausgezeichnet: Die Ogilvy-Kreation für den Malteser Hilfsdienst
Ausgezeichnet: Die Ogilvy-Kreation für den Malteser Hilfsdienst

Ogilvy in Frankfurt hat im Cyber-Wettbewerb mit den Typo-Crash-Bannern für den Malteser Hilfsdienst einen Gold-Löwen geholt. Insgesamt haben die deutschen Agenturen 5 Löwen gewonnen und damit einen weniger als im Vorjahr. Je einmal Silber und Bronze geht an Interone Worldwide, München, für die BMW Internetkampagne "Pace - Pursuit across Europe". Jung von Matt/Neckar erhält eine Silber-Statuette für Kamasutra 1000 Positions (Kabel Deutschland). Bronze gibt es außerdem für das Audi R8 Webspecial von Argonauten G2. Trotz höherer Beteiligung - in diesem Jahr wurden 230 Arbeiten eingereicht, 2006 waren es 197 - ist die deutsche Bilanz bereits auf der Shortlist mit 22 Platzierungen schlechter ausgefallen als im Vorjahr. Ogilvy ist es als einziger Agentur gelungen, eine ihrer Nominierungen zu vergolden. Mit dem ausgezeichneten Typo-Crash-Banner hat die Agentur eine "Don't drink and drive"-Promotion des Malteser Hilfsdienstes inszeniert. Die Banner, die von den Nutzern selbst aktiviert werden mussten, bildeten aus den Schriftzügen verschiedener Alkohol-Marken Wörter, die auf die verheerenden Folgen von Trunkenheit im Straßenverkehr aufmerksam machten.

Erfolgreichste Nation bleiben die USA mit 14 der insgesamt 64 Löwen, gefolgt von Japan und Brasilien mit je neun Trophäen. Neben 32 Mal Bronze, 21 Mal Silber und elfmal Gold hat die Jury außerdem drei Grand Prix vergeben. Diese gehen an die vielfach ausgezeichnete Website Nike + von R/GA in New York, das Dove Evolution Video von Ogilvy & Mather in Toronto und die Diesel-Aktion "Heidies 15 MB of Fame" von Farfar in Stockholm. Die Auszeichnung "Interactive Agency of the Year" geht zum zweiten Mal in Folge an Crispin Porter + Bogusky in Miami.

Jurorin Anette Scholz, freie Kreativberaterin und Professorin an der Universität in Halle, hält fest: "Es ist ziemlich enttäuschend zu sehen, wie wenige der Arbeiten die zukunftsweisende Verknüpfung der digitalen mit der realen Welt umgesetzt haben. Die drei Grand Prix sind dabei wirklich die Ausnahme." Das vergleichsweise schlechtere Abschneiden der deutschen Agenturen führt Scholz darauf zurück, dass diese zum Großteil nach den gleichen Prinzipen arbeiten wie in den Jahren zuvor: "Wahrscheinlich fehlt den Deutschen einfach die Zeit, über den Tellerrand zu schauen. Die Industrie boomt und es gibt so viele Aufträge wie noch nie."

Fernanda Romano, Executive Creative Director von Lowe USA und Mitglied der Cyber-Jury betont: "In diesem Jahr gibt es keine neue Technologie, mit der an sich schon spektakuläre Ergebnisse erzielt werden können. Es kommt vielmehr darauf an, brillante Ideen mit den bestehenden Technologien umzusetzen." stu



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