Cannes: Erster PR Grand Prix geht nach Australien / Enttäuschung für Deutschland

Montag, 22. Juni 2009
Die Australier Cummins Nitro und ihr Kunde Tourism Queensland gewannen den Grand Prix
Die Australier Cummins Nitro und ihr Kunde Tourism Queensland gewannen den Grand Prix

Den ersten PR Grand Prix in der Geschichte der Cannes Lions haben sich die australische Agentur Cummins Nitro und ihr Kunde Tourism Queensland verdient. Die Kampagne "The best Job in the World" wurde von der PR-Expertenrunde unter Vorsitz von Lord Tim Bell, Chairman von Chime Communications in London, einstimmig zum Best-of-Show-Gewinner gekürt. Bereits im Vorfeld galt diese Kampagne, die weltweit für enormes Medienecho sorgte, als einer der großen Cannes Favoriten. Auch die Juroren der Direct Lions haben diese Arbeit mit dem Grand Prix ausgezeichnet - und es werden in den kommenden Tagen sicherlich noch weitere Löwen in unterschiedlichen Wettbewerbsdisziplinen folgen.

Neben dem Grand Prix hat die Jury 17 weitere Löwen vergeben. Eingereicht wurden insgesamt 431 Arbeiten. Die erfolgreichsten Nationen in dieser Disziplin sind Australien und die USA mit je vier Löwen.

Jurorin Astrid von Rudloff, CEO von Weber Shandwick Germany
Jurorin Astrid von Rudloff, CEO von Weber Shandwick Germany
Aus deutscher Sicht verlief die Premiere der PR Lions enttäuschend. Keine der 47 eingereichten Arbeiten war der Jury einen Löwen wert. Jurorin Astrid von Rudloff, CEO von Weber Shandwick Germany, räumt ein, dass es den deutschen Einsendungen an Originalität gefehlt habe. Das ließe allerdings keine Rückschlüsse auf die Qualität deutscher PR-Kampagnen im allgemeinen zu: "Ich glaube, viele PR-Agenturen haben einfach nicht eingereicht."

Als Gründe dafür nennt sie den vergleichsweise hohen Aufwand, was die Aufbereitung der Einsendungen betrifft und eine gewisse Zurückhaltung angesichts der Tatsache, dass die Cannes Lions traditionsgemäß eher von Werbeagenturen dominiert werden. Und tatsächlich befinden sich unter den Gewinnern der PR Lions zahlreiche klassische Agenturen. "Das mag daran liegen, dass die meisten Werbenetzwerke inzwischen auch PR-Abteilungen haben. Die Bereiche wachsen zusammen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass erfolgreiche Werbekampagnen künftig noch mehr PR-Gene aufweisen werden."

Alles auf einen Blick

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Rudloff erklärt außerdem, dass in ihrer Jury sehr großen Wert auf Strategie und Relevanz gelegt wurde. "Ein kreativer Gedanke allein hätte nicht ausgereicht, um hier einen Löwen zu gewinnen." Als wichtigste Trends nennt sie die hohe Bedeutung der digitalen Medien in der PR sowie die Tatsache, dass die prämierten PR-Kampagnen alle im Sinne der integrierten Kommunikation ganzheitlich inszeniert wurden. bu
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