Cannes 2006: Sieben Outdoor-Löwen für Deutschland / Media und Radio enttäuschen

Mittwoch, 21. Juni 2006

Sieben Outdoor-Löwen gehen nach Deutschland

Trotz weniger Einreichungen im Outdoor-Bereich haben die Deutschen in diesem Jahr mit sieben Löwen einen mehr mit nach Hause genommen als 2005. Scholz & Friends hat auch in diesem Bereich die Nase vorn: Die Agenturgruppe holte mit ihren Niederlassungen in Hamburg und Berlin einmal Silber für Jobsintown.de und dreimal Bronze für Weru, Bosch und Siemens Hausgeräte und das Aktionsbündnis Landmine.de. Den einzigen Gold-Löwen für Deutschland hat der Frankfurter Kreative Gregor Aigner für seine 3,5 Kilometer lange „Open-Air-Novelle“ im Auftrag des Literaturhauses in Frankfurt erhalten.

Der Grand Prix ist in diesem Jahr nach Großbritannien gewandert. Nach langer Diskussion, bei der unter anderem Aigners Arbeit unter den Favoriten war, hatte sich die Jury für eine Kampagne der Londoner Tate Gallery entschieden. Entwickelt wurde dieser Beitrag von Fallon in London. Jurymitglied Kai Röffen, TBWA Germany in Düsseldorf, hätte sich hier eher eine typische Outdoor-Arbeit gewünscht: „Ich bin mit dem Grand Prix nicht so zufrieden. Die Arbeit ist zwar toll, aber im Grunde besser im Press-Bereich aufgehoben.“ Da die Outdoor Lions erstmals separat verliehen werden, hätte die Jury seiner Ansicht nach ein deutlicheres Zeichen für die kreativen Möglichkeiten im Outdoor-Bereich setzen müssen.

Das Level der deutschen Einsendungen hält Röffen insgesamt für sehr gut. Im Ländervergleich hat sich in diesem Bereich ohnehin kein eindeutiger Favorit gezeigt. Großbritannien liegt mit einem Grand Prix und sieben Löwen ähnlich gut im Rennen wie Deutschland, Australien (8 Löwen), USA (7 Löwen) und Südafrika (7 Löwen). bu

Gregor Aigner und Standard Rad holen einzigen deutschen Media-Löwen

Weniger erfolgreich ist die Ausbeute bei den Media Lions. Zwar haben sich die deutschen Agenturen mit 167 Einreichung ähnlich stark beteilig, wie im Vorjahr (171). Sie schneiden allerdings auch genauso schwach mit einem Löwen von 36 vergeben ab. Die Auszeichnung geht an Gregor Aigner, Frankfurt, und Standard Rad in Berlin für die auch bei Outdoor ausgezeichnete Kampagne für das Frankfurter Literaturhaus. „Im internationalen Vergleich waren viele deutsche Arbeiten einfach zu schlecht“, begründet Jurorin Marinanne Dölz, Managing Director Initiative Media, das Ergebnis.
Erfolgreichste Media-Nation ist Australien. Die Aussis holen neben dem Grand Prix, der an Universal McCann in Sydney für die Lynx-Kampagne geht, auch eine Gold- und eine Silbermedaille. Auf den Plätzen folgen Japan mit je zwei silbernen und bronzenen sowie Großbritannien mit einem silbernen und zwei bronzenen Löwen. ems

Kein Radio-Löwe für Deutschland

Völlig leer gehen die deutschen Agenturen trotz 76 Einreichungen bei den Radio Lions aus. Im vergangenen Jahr gab es bei 79 Einreichungen zwei Löwen. „Es wurde aus Deutschland viel guter Mainstream eingereicht. Aber keine dieser Arbeiten war im internationalen Vergleich gut genug“, kommentiert Juror Ralf Heuel, CCO und Partner bei Grabarz & Partner in Hamburg,

Die führenden Nationen sind hier die USA, Südafrika, Norwegen und Argentinien. Der Grand Prix im Radio-Wettbewerb geht an DDB Chicago für die Real Men of Genius-Kampagne für Bud Light von Anheuser-Bush. ems
Meist gelesen
stats