Cannes 2006: Nur zwei Film-Lions für Deutsche / Nordpol beste deutsche Agentur / Titanium für Japan

Samstag, 24. Juni 2006
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Nur zwei Film-Löwen für Deutschland / Grand Prix geht an Guinness-Spot

Nach einem überaus erfolgreichen Festival-Auftakt endet die Cannes-Woche enttäuschend für die deutschen Teilnehmer: Bei den Film Lions reichte es gerade mal für eine Silber- und eine Bronzemedaille. Die „Short-but-Fun“-Filme für den VW Fox von DDB in Düsseldorf holten Silber - beim ADC hatte die Kampagne keine Chance, weil sie auf einer bestehenden Kurzfilmserie aus den USA basiert (Produktion: Angry Alien, Los Angeles). Die internationale Jury sah darin jedoch keinen Grund, die Spots nicht auszuzeichnen: „Es ist doch egal, woher die Kreativen ihre Inspiration holen. Wichtig ist letztlich, dass sie erkannt haben, dass diese Kurzfilme sehr gut zur Marke VW Fox passen“, erläutert Frank Dopheide die Entscheidung der Jury. Der Chairman von Grey in Düsseldorf war in diesem Jahr einziges deutsches Mitglied der Film-Jury.

Den zweiten Film-Löwen hat Nordpol für den Renault-Spot „Crash Test“ (Produktion: Element E, Hamburg) erhalten. Der Film wurde bereits beim ADC-Wettbewerb mit einem goldenen Nagel prämiert. Für die 25 Mitarbeiter zählende Hamburger Agentur ist es bereits der achte Löwe bei den diesjährigen Cannes Lions.

Bei der Diskussion um den Grand Prix kamen drei Filme in die engere Auswahl: „Balls“ für Sony Bravia (Agentur: Fallon, London), „Big Ad“ für Carlton Draught Beer (George Patterson Y&R, Melbourne) und „Noitulove“ für Guinness (Abbott Mead Vickers BBDO, London). Das Rennen machte der Guinness-Spot, weil er die Jury konzeptionell am stärksten überzeugen konnte. Dafür holte der Sony-Bravia-Spot neben dem goldenen Löwen auch den Lion for Excellence in Music. Insgesamt hat die Jury 102 Löwen vergeben: einen Grand Prix, 12-mal Gold, 29-mal Silber und 60-mal Bronze. Das entspricht etwa 2 Prozent aller 4860 Film-Einsendungen. Den Titel „Agentur des Jahres“ konnte sich zum wiederholten Male TBWA Paris sichern, die bei den Press, Outdoor und Film Lions die meisten Preise abräumte. Auf den Folgeplätzen liegen Abbott Mead Vickers BBDO in London und Saatchi & Saatchi in New York. Erfolgreichste Werbefilmproduktion ist das US-Unternehmen MJZ, gefolgt von Stink London und Hungry Man, USA. bu

Nordpol ist deutsche Agentur des Jahres

Nordpol ist erfolgreichster deutscher Teilnehmer bei den diesjährigen Cannes Lions. Die Hamburger Agentur holte über alle Kategorien hinweg vier Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen und erzielte damit 44 Punkte. Scholz & Friends und DDB folgen mit 40 beziehungsweise 35 Punkten.

Die Berechnung orientiert sich an den offiziellen Festival-Richtlinien, die 10 Punkte für einen Grand Prix, sieben für Gold, fünf für Silber und drei für Bronze vorsehen. Shortlistplätze werden von HORIZONT nicht berücksichtigt, da diese bei allen Wettbewerben außer Titanium Lions auf einer rein rechnerischen Größe von knapp 10 Prozent aller Einsendungen basiert. Die Anzahl der Nominierungen sagt somit nichts über die tatsächliche Qualität der Arbeiten aus. bu

Japan holt Titanium Lion

Das Geheimnis um die Gewinner der Titanium Lions ist gelüftet: Die Jury unter Leitung von David Lubars hat einen Titanium-Löwen vergeben. Die Auszeichnung geht an das Designstudio Design Barcode, Tokio, für seine Arbeit Barcode Design. Die Arbeit setzt die von Verpackungen bekannten Strichcodes als Kommunikationskanal. So wird beispielsweise der Käse, der von einer Pizza heruntertropft zum Strichcode, der die Produktinformationen für einen Scanner enthält. Weiterhin auf der Shortlist platziert waren „Monopoly live“ für Hasbro von der Agentur DDB in London und „Stillfree“ für Ecko von Droga5 in New York.

Viele hatten erwartet, eine integrierte Kampagne würde mit dem Titanium Löwen ausgezeichnet. „Es ging nicht darum, ein exzellentes Beispiel für integrierte Kommunikation zu finden. Das ist heute State of the Art der Werbung,“ erklärt Lubars. Vielmehr habe die Jury nach wegweisenden Arbeiten, die Grenzen überschreiten, gesucht. „Design Barcode hat etwas neues geschaffen, das wir bislang noch nie so gesehen haben“, begründet der Chairman und CCO von BBDO Northamerica die Entscheidung der Jury. ems
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