Cannes 2006: Film-Shortlist enttäuscht / DDB holt Gold bei Press / USA dominieren Cyber Lions

Donnerstag, 22. Juni 2006
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DDB Hamburg Berlin Cannes USA Düsseldorf Nominierung


Film-Shortlist aus deutscher Sicht enttäuschend

Mit 19 Nominierungen stehen die Chancen auf einen Film-Löwen für die deutschen Agenturen deutlich schlechter als im Vorjahr. Damals landeten 40 Werbefilme auf der Shortlist, acht davon konnten in einen Löwen verwandelt werden. Die besten Chancen auf einen Film-Löwen dürfte in diesem Jahr DDB haben. Die Berliner und Düsseldorfer Büros der Agenturgruppe haben nach der ersten Runde noch neun Filme im Rennen. Dabei handelt es sich um die "Short but Fun"-Spots für den VW Fox (Produktion: Angry Alien, Los Angeles), den Basketball-Film für VW Polo GTI (Radical Media, Berlin) und den "Fliege"-Spot für Golf GT (Markenfilm, Wedel).

Nominiert sind außerdem Grey, Düsseldorf, für Melitta "Polaroid" und "Organtransport" (Thirty Seconds, Düsseldorf), Scholz & Friends, Hamburg, für Chio Tortilla Crisps "Dog Commercial" (Cobblestone, Hamburg), Nordpol, Hamburg, für Renault "Crash Test" (Element E, Hamburg), Jung von Matt, Hamburg, für BMW "Magic Number 3" (The Shack, Hamburg) und DHL "Hummingbird" (Studio Funk, Berlin), Heimat, Berlin, für Hornbach "D.I.Y." (Trigger Happy Productions, Berlin), BBDO Campaign, Düsseldorf, für Deutsche Postbank "Funny Money" (Die Brüder, Berlin), KNSK, Hamburg, für HDI Versicherungen "Kaugummi" (Silbersee, Hamburg) sowie Saatchi & Saatchi, Frankfurt, für A.R.T. Studios "Jump" (Schulten Film, Frankfurt).

Während in anderen Festivalbereichen wie Direct, Promo, Cyber, Press und Outdoor Lions sehr viele unterschiedliche Nationen gleichermaßen punkten konnten, haben bei den Film Lions traditionell die USA und Großbritannien die besten Chancen auf einen Löwen. Die US-amerikanischen Agenturen sind mit 141 Beiträgen auf der Shortlist vertreten. Aus Großbritannien sind immerhin noch 64 Filme im Rennen. bu

DDB gewinnt goldenen Press-Löwen

Mit sechs Press-Löwen ist die Ausbeute der Deutschen beim Anzeigenwettbewerb in Cannes ein wenig besser als im Vorjahr. 2005 reichte es nur für fünf Löwen. DDB kann sich über Gold für ihre Volkswagen-Kampagne freuen. Außerdem holten die Berliner zweimal Bronze für Pepsi-Cola und Nike Town.

Mehrfach prämiert wurde auch hier einmal mehr der große Cannes-Abräumer Scholz & Friends: Die Bosch-und-Siemens-Hausgeräte-Kampagne des Hamburger Büros ist mit einem silbernen Löwen belohnt worden. Die Berliner haben einen bronzenen Löwen für die Arbeit im Auftrag des Aktionsbündnis Landmine erhalten. Ebenfalls unter den Preisträgern: Ogilvy & Mather Frankfurt, deren Sara-Lee-Kampagne mit einem bronzenen Löwen ausgezeichnet wurde.

Insgesamt haben die Juroren in dieser Kategorie 75 Löwen vergeben - 5 mehr als im Vorjahr. Das entspricht knapp einem Prozent aller Press-Einsendungen. Der Grand Prix ging nach langer Diskussion an eine Lego-Anzeige von FCB in Johannesburg/Südafrika. Jurypräsident Dave Droga, Inhaber von Drogafive in New York, betont, dass unter den 12 Gold-Löwen sechs potenzielle Grand-Prix-Kandidaten gewesen seien und es deshalb lange Debatten um den finalen Gewinner gab. Die Lego-Anzeige überzeugte letztlich durch ihre einfache, klare Idee, die den Kern der Marke sehr gut zum Ausdruck bringt. bu

USA dominieren Cyber Lions

Mit großen Vorsprung räumen die US-Agenturen bei der Cyber Lions in Cannes ab: 25 der 87 vergebenen Medaillen gehen auf ihr Konto, darunter die beiden Grand Prix, neun Gold-, sechs Silber- und acht Bronzemedaillen. Die Grand Prix gehen an Droga5 in New York für den Auftritt "Still free" für Ecko sowie an Crispin Porter + Boguski in Miami für die GTI-Kampagne für Volkswagen. Crispin Porter + Bugaski ist zugleich die Interactive Agency og the Year vor Goodby Silverstein & Partners und DDB Brasil.

Trotz ähnlich hoher Einreichungen (197) wie 2005 (200) nehmen die deutschen Agenturen diesmal nur sechs Löwen mit nach Hause. Im vergangenen Jahr waren es noch 11. Die beiden Frankfurter Agenturen Neue Digitale und Ogilvy Interactive holen jeweils einen Goldlöwen mit dem Internetauftritt Y-3 Cubes für Adidas beziehungsweise Cisco Booom für Cisco Systems. Die weiteren Löwen gehen an Jung von Matt und Nordpol, beide in Hamburg, die jeweils einen silbernen und einen bronzenen Löwen gewinnen. Jung von Matt setzt sich mit Arbeiten für Axel Springer und Mangan, Nordpol für Renault durch. ems
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