CEO von Draft FCB: "Ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte"

Donnerstag, 14. März 2013
Carter Murray (Foto: Draft FCB)
Carter Murray (Foto: Draft FCB)

Vor einer Woche hat Draft FCB einen neuen weltweiten CEO präsentiert: Carter Murray tritt demnächst – ein genauer Zeitpunkt steht noch nicht fest – die Nachfolge des glücklosen Laurence Boschetto an. Murray ist erst 38 Jahre alt und kommt von Y&R, wo er das Geschäft in Nordamerika verantwortet hat. Den deutschen Markt kennt der Brite aus seiner Zeit bei Leo Burnett in Frankfurt. Im Exklusivinterview mit HORIZONT spricht er über seine neue Aufgabe. Herr Murray, es heißt, die Holding Interpublic habe sich nicht leicht getan, jemanden zu finden, der den CEO-Job bei Draft FCB übernehmen wollte. Was reizt Sie an der Aufgabe?
Für mich ist es genau umgekehrt. Es war ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte. Wenn man sich die Kundenliste von Draft FCB anschaut, findet man dort viele klangvolle Namen, für die jeder Werber gern arbeiten möchte. Außerdem finde ich den integrierten Ansatz der Agentur sehr spannend.

Dass die Firma schon bessere Zeiten gesehen hat, schreckt Sie nicht ab?
Sie müssen unterscheiden zwischen dem, was in der Presse steht, und dem, was Kunden sagen. Das ist nicht immer das Gleiche. Es gibt Bereiche, in denen Draft FCB sehr gut dasteht und solche, wo es Verbesserungsbedarf gibt. Ich kenne kein Unternehmen, wo das nicht so ist.

Die Agentur hat wichtige weltweite Kunden wie SC Johnson verloren. Ist Draft FCB ein Turnaround-Fall?
Nein. Aber immer, wenn man einen neuen CEO anheuert, gibt es die Erwartung, dass er die Dinge vorantreibt. Ich hätte das Angebot nicht angenommen, wenn es keine gute Basis dafür gäbe: die Mitarbeiter und Talente. Ich bin sicher, dass Draft FCB extrem gute Leute hat. Dennoch wird es hier und da auch Veränderungen geben müssen.

Sie haben zu Beginn Ihrer Laufbahn zwei Jahre bei Leo Burnett in Frankfurt gearbeitet. Welche Bedeutung hat der deutsche Markt künftig für Draft FCB?
Deutschland ist ein wirtschaftlich sehr starkes Land mit vielen erfolgreichen Unternehmen. Ich halte es für außerordentlich wichtig, dass Draft FCB hier mit einem Center of Excellence für das gesamte Network vertreten ist.

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Das vollständige Interview mit Carter Murray lesen Sie in HORIZONT-Ausgabe 11/2013 vom 14. März

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Treueschwüre zum deutschen Markt haben wir von Network-Chefs schon oft gehört, verhalten haben sie sich allerdings nicht immer danach. Wollen Sie in Deutschland investieren?
Viele Networks haben – übrigens genauso wie ihre Auftraggeber – zuletzt vor allem in Asien und in die digitalen Disziplinen investiert. Das ging an der einen oder anderen Stelle zulasten der klassischen Agenturen in den etablierten Märkten Europas. Wie wir künftig vorgehen werden, kann ich noch nicht im Detail sagen. Was ich aber definitiv weiß: Deutschland ist ein Markt, in dem wir unser Geschäft ausbauen wollen. Vor allem aber wollen wir hier tolle Leute haben, die für unseren internationalen Kunden Beiersdorf arbeiten. Das hat oberste Priorität. Interview: Mehrdad Amirkhizi
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