CEO Dickjan Poppema verordnet Grey eine neue Struktur

Montag, 22. April 2013
Grey-Chef Dickjan Poppema (Foto: Grey)
Grey-Chef Dickjan Poppema (Foto: Grey)

Der seit Jahresbeginn amtierende Grey-Chef CEO Dickjan Poppema konkretisiert die Pläne für den Umbau der WPP-Tochter. Ende dieser Woche hat er den Mitarbeitern präsentiert, wohin die Reise gehen soll. Das ambitionierte Ziel: "Grey soll wieder die führende Agenturgruppe für strategische Markenführung in Deutschland werden", erklärt Poppema. Um dieses Ziel zu erreichen, sind unterschiedliche Maßnahmen vorgesehen. So will der CEO das Angebot im Digitalbereich aus- und ein Dialogangebot aufbauen. Dafür sind auch Zukäufe denkbar. Erste Gespräche mit möglichen Übernahmekandidaten laufen bereits. Zudem sieht sein Plan vor, die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe zu intensivieren. "Wir müssen integrierter arbeiten, sowohl bei Grey Deutschland als auch im Austausch mit den internationalen Kollegen", sagt der CEO. "Wir wollen stärker das Know-how und die Stärken des Networks nutzen. Das wurde in der Vergangenheit versäumt", so der 49-Jährige weiter. Ein Ziel ist es, die deutsche Niederlassung zum wichtigsten Hub der Agenturkette in Zentraleuropa auszubauen. Die internationale Führung unterstützt den Plan und hat Starthilfe mit einigen länderübergreifenden Mandaten gegeben, zum Beispiel von Boehringer Ingelheim.

Um den internen Austausch zu verbessern, hat der CEO dem Unternehmen eine neue Struktur verordnet. Als Dachgesellschaft agiert künftig Grey Deutschland. Sie soll deutlich operativer agieren als die bisherige Holding und erhält eine breitere Führung. An der Spitze stehen neben Poppema Kreativchef Roland Vanoni - er wird die Agentur allerdings spätestens zum 28. Februar 2014 verlassen - Digitalchef André Schieck und COO Frank Schrader. Unterhalb dieser Einheit agiert die deutsche Grey-Gruppe in Zukunft mit sechs Tochterfirmen, die jeweils eine eigene Führung haben: Grey Düsseldorf, Grey Media, Grey Shopper, Grey Works (Produktions-Unit), Gramm sowie eine übergeordnete Einheit für Shared Services.

Gruppenübergreifende Aufgaben übernehmen künftig Strategiechef Alessando Panella, Stephanie Franke als Head of Human Resources, Holger Scharnofske als Head of Controlling und Michael Rewald, der sich zusätzlich zu seiner Rolle als Geschäftsführer von Grey Düsseldorf und Co-Chef der Design-Unit KW 43 um die neue Produktionstochter Grey Works kümmern wird.

Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 350 Mitarbeiter, davon etwa 200 bei der Stammagentur Grey Düsseldorf. Im Zuge der Neuaufstellung hat sich Grey von einigen Mitarbeitern getrennt, Poppema spricht von rund 15 Personen. Gleichzeitig betont er, dass es Neueinstellungen gab und geben soll, vor allem in den Bereichen Brand Design, Digital und Retail. Dadurch werde die Gruppe Ende des Jahres wohl mehr Mitarbeiter beschäftigen als zu Jahresbeginn.

Neben den schon länger bekannten Etatgewinnen wie C&A Online, NRW Bank, GKL und Boxagrippal (Boehringer Ingelheim) konnten zuletzt Aufträge von Media Broadcast, Düsseldorf Airport und Schauspielhaus Düsseldorf gewonnen werden. Beim wichtigen Kunden Deichmann steht demnächst allerdings ein Pitch ins Haus. Der Schuhhändler hat sein Werbemandat, das seit 20 Jahren von Grey betreut wird, ausgeschrieben.

Poppema ist seit Anfang Januar CEO der deutschen Grey-Gruppe. Er löste damals den langjährigen Amtsinhaber Uli Veigel ab. Ende Februar wurde bekannt, dass darüber hinaus Christian Hupertz, bis dato CEO von Grey Düsseldorf, sowie Finanzchef Andreas Janssen und perspektivisch auch Kreativchef Roland Vanoni die Agentur verlassen. Die Führung der Webeagentur Grey Düsseldorf hat Gruppenchef Poppema in Personalunion übernommen. Bei seinem Amtsantritt erklärte er, dass die WPP-Tochter zuletzt nicht mehr profitabel gearbeitet hat. Zudem attestierte er der vorherigen Führung, den Markenkern von Grey verwässert zu haben.  mam
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